Lesungen

Seit Erscheinen des Buches erhielten wir eine ungeahnte Resonanz zu unserem Buch.Das Interesse und die Bereitschaft von Bibliotheken, Volkshochschulen, Vereinen und Interessengruppen, uns einzuladen, hält an.

In Lesungen, Vorträgen und Gesprächkreisen konnten wir zum Thema Besatzungskinder sprechen, unser Buch vorstellen und mit den Menschen ins Gespräch kommen.

Das Thema Besatzungskinder bleibt weltweit aktuell. Zu uns 'Russenkindern', dem unterschiedlichen Umgang mit uns in der früheren BRD und in der DDR bedarf es der weiteren Aufklärung. Es ist noch nicht alles gesagt.

Und denen, die noch schweigen, sich noch immer scheuen offen darüber zu sprechen oder gar Scham empfinden, wollen wir helfen sich zu öffnen und Mut machen.

Zu den Lesungen in Cottbus im April 2018

 

Am 23.4. waren wir in der "Haltestelle", einer Zweigstelle der Brüderunität Herrnhut eingeladen.

Dort hatten wir ein intensives, individuelles Gespräch in kleiner Runde und trafen auf interessierte Gesprächspartner. Eingeladen hatte der Pfarrer der evangelisch - lutherischen Kirchengemeinde. Interessant waren für uns auch die Gespräche danach. So erfuhren wir, dass Mitglieder der Brüdergemeine Herrnhut seit dreihundert Jahren ihre Lebensläufe schreiben, die dann zu ihrer Beerdigung anstatt einer Trauerrede verlesen und danach archiviert werden. So auch die des Vaters, Großvaters und Urgroßvaters des Pfarrers. Der 18 jährige Sohn des Pfarrers führt dazu Interviews mit alten Mitgliedern der Brüdergemeine.

Eine nachahmenswerte Tradition, für mich auf jeden Fall.

 

Am 24.04. war dann unsere Lesung in der Stadtbibliothek in Cottbus.

Bereits im Spätsommer 2017 hatten wir die Zusage erhalten. Jährlich findet der Cottbuser Bücher-Frühling statt. Dieses Mal mit dem Motto: "Anders"

Uns war klar, dass es hier, unmittelbar in der Oder/Neiße Region viele Russenkinder geben muss. Wir waren sehr gespannt auf das Publikum.

Die Bibliothek hatte gut beworben, am gleichen Tag nochmals über einen regionalen Rundfunksender. Der Leseraum war nicht groß, bot aber noch reichlich Platz für Stühle, die der Mitarbeiter heranbrachte weil mehr Besucher kamen, als erwartet.

Eine Mitarbeiterin bot unsere Bücher an. Ich war schon erstaunt, als ich einige Besucher sah, die bereits vor der Veranstaltung das Buch erwarben und darin blätterten. Am Schluss waren es 18.

 

Wie erwartet, es waren Russenkinder dabei. Ein Betroffener gab sich in der Diskussion als Vergewaltigungskind zu erkennen. Das war mutig. Ich habe im Nachhinein festgestellt, dass mich vor einigen Jahren sein Bruder angerufen hat, nachdem er einen Beitrag in der Sächsischen Zeitung über mich gelesen hatte. Zu einem Kontakt mit dem Bruder kam es nie. Manche Dinge brauchen Zeit.

Eine Frau ließ sich das Buch von Winfried so signieren "Willkommen im Club..." Einer weiteren Frau, die zu mir kam, fiel das Sprechen schwer. Sie will den Kontakt zur Gruppe. Sie meinte, ihre Geschichte sei grausamer, als das, was wir berichtet hatten. Die Mutter ist nach ihrer Geburt gestorben, auf der Flucht. Sie wurde adoptiert und man hat ihr die Wahrheit mit 5 Jahren erzählt. Leider konnte ich nicht mehr erfahren. Ich hoffe nun, sie meldet sich.

 

Das sind Begegnungen, die so sehr nachhaltig berühren. Der Abend war dann noch lange nicht 'gelaufen'.

Wir bekamen wohltuende Resonanz von den Besuchern und den Mitarbeitern der Bibliothek. Die Leiterin der Bibliothek hatte die richtigen Worte zur Einführung vorangestellt.

Wir danken Frau Jacob, der Mitarbeiterin für Öffentlichkeitsarbeit. Sie hat sich in einer Mail bei uns bedankt und uns ermutigt mit unseren wichtigen Beiträgen weiterzumachen.

Solche Erlebnisse inspirieren. Die Menschen sind dankbar, dass sie Ansprechpartner finden.

Es gibt noch viele, die darauf warten.

Birgrit

Fotos: Pressestelle der Stadtbibliothek Cottbus

 

Stadtbibliothek Görlitz 16. Juni 2017 und 20. Juni 2017

 

Hier ein Nachtrag zur Lesung vor Schülern des Augustum-Annen-Gymnasium, in der Görlitzer Stadtbibliothek, am 16.06.2017. Ich hatte über einen Kontakt die Klassenlehrerin gebeten, ob es möglich wäre, von den Schülern eine Rückmeldung zu bekommen. Am 09.08.17 kam eine Mail, dass einige Jugendlichen der 10. u. 11. Klasse etwas geschrieben haben. Ein paar Tage später fand ich im Postkasten ein großes Kuvert. Auf 11 DIN A4 Seiten, äußerten sich 15 TeilnehmerInnen der Lesung. Ihre Eindrücke u. Einschätzungen waren z.T. ausführlich.

 

Hier die selbstsprechende Reaktionen der SchülerInnen:

Alex, Benjamin, Daria, Elfriede, Johannes, Julia, Justin, Laura, Lewin, Louisa, Michelle; Sally und drei ohne Namen schreiben:

 

„Wir bedanken uns recht herzlich bei Ihnen für Ihre Offenheit, Ihr Vertrauen u. Ihren Mut mit Schülern über dieses sehr persönliches Thema zu sprechen.“

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„Wir fanden es sehr interessant neben den theoretischen Fakten der Schule auch praktische Berichte zu hören, um sich in die damalige Zeit besser hineinversetzen zu können. Daher sind wir der Meinung, dass Sie genau die richtige Zielgruppe angesprochen zu haben und würden uns wünschen, dass Sie auch weiterhin Vorträge über dieses Thema halten würden, vor allen auch bei älteren Schülern.“

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„Sehr gut gefiel uns die Atmosphäre in der Bibliothek und die Veranschaulichung Ihres Vortrages mit Bildern.“

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„Nach ihrer Präsentation habe ich vieles über das Thema gelernt und war sehr froh, dass ich die Möglichkeit hatte Zuschauer zu sein. Es war sehr interessant Ihre Lebensgeschichte aus erster Hand zu erfahren und nicht nur darüber zu lesen.

Außerdem glaube ich, dass es sehr gut in unsere Altersgruppe gepasst hat.

Ich hoffe Sie werden Vorträge wie diese weiterhin durchführen.“

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„Denn dadurch, dass Sie uns von Ihren Leben erzählt haben und kein Lehrer, der das gar nicht erlebt hat und nachvollziehen kann, ist es mir auf sehr emotionaler Weise in Gedanken geblieben und hat sich besser eingeprägt als jeglicher andere trockener Schulstoff.“

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„Zudem fand ich Ihre offene Art sehr passend und gebe Ihnen den größten Respekt mit solcher Offenheit über ein solches ergreifendes Thema zu sprechen.

Darum würde ich mich freuen, wenn Sie weiterhin Vorlesungen solcher Art veranstalten.

Liebe Grüße und viel Erfolg bei der Suche nach der Herkunft.“

 

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„Ich bin Ihnen sehr dankbar, Ihnen lauschen gedurft zu haben, mich hat es sehr gerührt und Ihre Vorlesung war insgesamt grandios. Machen Sie bitte weiter. Solch Erfahrungsberichte bietet kein trockenes Schulbuch.

Ich habe großen Respekt vor Ihnen u. Ihrem Mut und Engagement.“

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Mit herzlichen u. ermutigenden Grüßen

 

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Wieder machten wir die Erfahrung, wie bereits oft, dass uns auf Anfrage bei Bibliotheken, Vereinen oder anderen Interessengruppen Bereitschaft und Interesse zu unserem Thema entgegengebracht wird. Wir danken an dieser Stelle der Stadtbibliothek Görlitz für die Ankündigung im Amtsblatt, dem Veranstaltungskalender der Stadt Görlitz und im Veranstaltungsflyer der Bibliothek.

 

Die gleiche Unterstützung hatten wir bereits im April von der Stadtbibliothek in Leipzig erfahren.

 

Bereits im vergangenen Jahr vereinbarten wir mit der Stadtbibliothek Görlitz die Termine für zwei Veranstaltungen zum Thema „Besatzungskinder – Geschenke der Alliierten“.

 

Und wir wagten es, außer der öffentlichen Lesung im Galerie Cafe eine Veranstaltung für Schüler anzubieten. Die Verantwortliche für Schülerveranstaltungen in der Bibliothek zeigte sich sofort offen. Drei Klassen, der Klassenstufe 10 und 11 eines Görlitzer Gymnasiums kamen am 16. Juni. Das war natürlich eine Herausforderung. Würden wir die Schüler mit unserem Thema ansprechen oder langweilen? Schließlich war es eine Schulveranstaltung.Wir sahen uns dann 65 jungen Menschen von 16 und 17 Jahren gegenüber, die anstatt des Deutschunterrichtes einen Pflichtbesuch in der Bibliothek absolvierten zu einem Thema und zu einer Zeit, zu der sie keinen persönlichen Bezug haben.Wir wollten keinen Geschichtsunterricht ersetzen. Der Zweite Weltkrieg ist gerade Lehrstoff. Die Schüler waren emotional darauf eingestellt. Sie hatten kürzlich Weimar und das ehemalige KZ Buchenwald besucht. Die Lehrerin hatte unser Buch gelesen und die Schüler waren auf das Thema eingestimmt - und auf uns: Zwei Zeitzeugen.

In einem Zeitrahmen von 90 min stellten wir einige einführende Gedanken voran, sprachen über uns persönlich und über Andere gleicher Herkunft, über unsere und deren Erfahrungen als 'Russenkinder'. Wir beachteten die unterschiedlichen Geburtenjahrgänge von Kindern, die vor Kriegsende in Lagern gezeugt wurden, Kinder aus Vergewaltigungen mit erlebter Flucht und Vertreibung, Kinder aus Liebesbeziehungen deutscher Frauen mit den Angehörigen der Alliierten, und Kinder die nach der Befreiung durch Besatzungsunrecht in Gefängnissen gezeugt und geboren wurden. Auch der Umgang der Besatzungsmächte und speziell der Umgang der beiden deutschen Staaten mit diesen Kindern spielte eine Rolle. Wie wir uns als Russenkinder fanden und uns entschlossen hatten in einem Buch unsere Herkunftsgeschichten aufzuschreiben.

Aber auch über ganz persönlichen Erfahrungen von Ausgrenzung, Beschimpfungen in der Kindheit - heute nennt man das Mobbing (manche der Jugendlichen kennen diese Erfahrung), sprachen wir. Ebenso über das elementare Bedürfnis des Menschen nach Anerkennung, Bestätigung, dem Dazugehören in Familie, Klasse, Freundeskreis. Heute machen Kinder diese Erfahrung, wenn sie in Patchwork Familien leben.

Wir trafen auf stille Zuhörer, auf Aufmerksamkeit und bei Einzelnen auf emotionales Mitgehen.

Den Applaus, den uns diese 65 jungen Menschen entgegen brachten, hatten wir so nicht erwartet. Wir waren berührt. Und sind es nachhaltig immer noch. Es gab auch Gespräche danach. Ein Schüler, bezogen auf persönliche Erlebnisse von Gunter, sprach aus, dass es ihm Mut mache, zu sehen, wie selbstbewusst wir heute auftreten. Er sei sehr schüchtern und habe wenig Selbstvertrauen, vor anderen zu sprechen.

 

Diese Veranstaltung macht Mut, sich auch in unserer Frage jungen Menschen zuzuwenden. Sie sind erwachsener als wir es ihnen zutrauen, sie sind emotional ansprechbar und respektvoll.

 

Bisher kamen die Teilnehmer zu unseren Veranstaltungen freiwillig, meist Menschen unserer Generation mit Bezug zu dieser Zeit, den Geschehnissen und eigenen Erfahrungen.

Oft mit anschließenden bewegenden persönlichen Gesprächen.

 

So war es auch am 20. Juni zur öffentlichen Lesung im kleineren Kreis.

Es waren auch Teilnehmer jüngerer Jahrgänge gekommen. Eine offene Gesprächsrunde schloss sich an.

Und wie so oft lernten wir ein „Russenkind“ kennen. Die Frau, eine Görlitzerin, kämpfte während der Veranstaltung mit den Tränen. Sie hatte das Bild ihres russischen Vaters dabei und die zweite Ausgabe unseres Distelblüten Buches, die sie sich über den Buchhandel besorgt hatte. Sie war glücklich über diese Lesung in Görlitz und wünscht sich einmal bei unserem Treffen dabei sein zu können. Für uns war das einer der bewegenden Momente, wie wir sie immer wieder erleben, wenn wir mit Menschen ins Gespräch kommen.

 

In beiden Veranstaltungen kamen das Video zu Anton „Eigentlich“ und das Lied über die Geschichte von Michel-A. „der Bankert“ zum Einsatz.

 

Es gibt noch Gesprächsbedarf.

Es lohnt sich weiter Lesungen, Vorträge, Gespräche und Buchvorstellungen anzubieten.

 

Birgrit und Gunter

Juni 2017

 

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10. Mai 2017

Delmenhorst

Männerkreis der Gemeinde 12 Apostel

 

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21.April 2017

Leipzig, Stadtbibliothek

Mit sechs Autoren und Aufzeichnung für Deutschlandradio

mehr..

 

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6. April 2017

Delmenhorst in der Galerie Berger

Winfried

Wenn ich über die Distelblüten öffentlich spreche, so bin ich immer wieder erstaunt, wie ausführlich ein vorausgehendes Pressegespräch verläuft.

Aus einem geplanten 10-Minuten Gespräch wird dann leicht eine Stunde und statt eines Fünfzeiler zur Ankündigung wird ein längerer Artikel.

 

Beispiele zur Lesung vom 6. April 2017

 

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Frühere Lesungen und Vorträge

- nicht vollständig

 

18. und 20 Oktober 2018

Demmin, evangelische Schule und evangelisches Gemeindehaus

mit hoher Resonanz

 

26.4.2018

Begegnungszentrum Kloster St. Marienthal Ostritz

Konferenz Deutsch-Polnischer Senioren

 

24. 4. 2018

Bibliothek Cottbus

 

16.3.2018

Lesung mit Gespräch

Martin Luther Kirche, 933 Smyth Rd, Mount Calvary Hall

Ottawa

 

15.3. 2018

Universität Ottawa

Öffentliche Lesung

 

8.3.2018

Hartau bei Zittau

Kreative e.V.

 

26.2.2018

Begegnungszentrum Kloster St. Marienthal Ostritz

Konferenz Deutsch-Polnischer Senioren

 

20.9.2017

Rathaus Zittau

Erwachsenenbildung -

Bildungsreise mit Teilnehmern aus Westdeutschland.

 

19.9.2017

Landratsamt Zittau

Kreisseniorenrat - Zittau

 

20.6.2017

Bibliothek Görlitz

Lesecafé

 

16.6.2017

Bibliothek Görlitz

Schülerveranstaltung / mit drei Klassen des Augustum Gymnasium

 

10. 5. 2017

Gemeinde Zwölf Apostel Delmenhorst

 

21.4.2017

Stadtbibliothek Leipzig

 

6.4.2017

Haus Berger Delmenhorst

 

14. Nov. 2016

Neugersdorf,

Verein Lebens(t)räume e.v.

Birgrit

 

12. April 2016

Frauenkreis der Gemeinde 12 Apostel Delmenhorst

Winfried

 

04.Jan.2016

Löbau, Stadtbibliothek, Literaturcafe

Birgrit

 

2015/16

mehrere Vorträge - Gespräche im

Montag Club Bonn und im "Salon"

Marianne

 

Vorträge bei der Sänger Vereinigung Mindelheim,

bei den Maltesern, Mindelheim,

beim Schützenverein Egelhofen,

beim AMC Mindelheim

Peter

 

16.Nov. 2015

Ostritz, Caritas-Pflegerheim

St. Antonius Stift

Gunter, Birgrit

 

31.Okt. 2015

Berlin, Tagung Born of War int.

Winfried, Birgrit

 

10.Aug. 2015

Rehaklinik Bergießhübel

Birgrit

 

 

15. Juli 2015

Delmenhorst

Frau und Kultur

Winfried

 

 

28.Juni 2015

Eckartsberg, Heimatmuseum,

Birgrit

 

21.April 2015

Hirschfelde - Landfrauenverband

Gunter, Birgrit

 

16. April 2015

Großhennersdorf, Alte Bäckerei, Kinosaal

Gunter, Birgrit

 

24. März 2015

Zittau/Löbau Christian Weise Bibliothek im Salzhaus Zittau

Themenabend der VHS

Winfried, Gunter, Birgrit

Mit einem Vorlauf von einigen Stunden hate sich ein TV Team des MDR angesagt. Es folgte ein Beitrag von AKTUELL mit ca 15 Minuten Sendezeit

Winfried, Gunter, Birgrit

 

4.Februar 2015

Ganderkesee Volkshochschule

Erster öffentlicher Vortrag zu

"Kindern des Feindes"

mit einer Presseankündigung, die außergewöhnlich umfangreich war.

Winfried