Archiv Gästebuch

Einträge aus 2017

7. Dezember 2017 zur Einstellung des Buches Thistleflower in die Bibliothek der Uni Ottawa

Dear Ms. Schwartz,

Thank you for your gift of documents to the Morisset Library of the University of Ottawa.

We are most grateful for this donation to our library holdings. Thank you for thinking of the uOttawa Library and the interests of our students and professors.

Yours truly,

Julie Rochon

Coordinatrice de projets, Services aux usagers | Project Coordinator, User Services

Bibliothèque Morisset | Morisset Library

Université d’Ottawa | University of Ottawa


21. November 2017

Schüler eines Gymnasiums  schrieben uns anlässlich einer Schulveranstaltung in der Stadtbibliothek Görlitz:


„Wir bedanken uns recht herzlich bei Ihnen für Ihre Offenheit, Ihr Vertrauen u. Ihren Mut mit Schülern über dieses sehr persönliches Thema zu sprechen.“

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„Wir fanden es sehr interessant neben den theoretischen Fakten der Schule auch praktische Berichte zu hören, um sich in die damalige Zeit besser hineinversetzen zu können. Daher sind wir der Meinung, dass Sie genau die richtige Zielgruppe angesprochen zu haben und würden uns wünschen, dass Sie auch weiterhin Vorträge über dieses Thema halten würden, vor allen auch bei älteren Schülern.“

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„Sehr gut gefiel uns  die Atmosphäre in der Bibliothek und die Veranschaulichung  Ihres Vortrages mit Bildern.“

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„Nach ihrer Präsentation habe ich vieles über das Thema gelernt und war sehr froh, dass ich die Möglichkeit  hatte Zuschauer zu sein. Es war sehr interessant Ihre Lebensgeschichte aus erster Hand zu erfahren und nicht nur darüber zu lesen.

Außerdem glaube ich, dass es sehr gut in unsere Altersgruppe gepasst hat.

Ich hoffe Sie werden Vorträge wie diese weiterhin durchführen.“

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„Denn dadurch, dass Sie uns von Ihren Leben erzählt haben und kein Lehrer, der das gar nicht erlebt hat und nachvollziehen kann, ist es mir auf sehr emotionaler Weise in Gedanken geblieben und hat sich besser eingeprägt als jeglicher andere trockener Schulstoff.“

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„Zudem fand ich Ihre offene Art sehr passend und gebe Ihnen den größten Respekt mit solcher Offenheit über ein solches ergreifendes Thema zu sprechen.

Darum würde ich mich freuen, wenn Sie weiterhin Vorlesungen solcher Art veranstalten.

Liebe Grüße und viel Erfolg bei der Suche nach der Herkunft.“


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„Ich bin Ihnen sehr dankbar, Ihnen lauschen gedurft zu haben, mich hat es sehr gerührt und Ihre Vorlesung war insgesamt grandios. Machen Sie bitte weiter. Solch Erfahrungsberichte bietet kein trockenes Schulbuch. 

Ich habe großen Respekt vor Ihnen u. Ihrem Mut und Engagement.“

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Alex, Benjamin, Daria, Elfriede, Johannes, Julia, Justin, Laura, Lewin,  Louisa, Michelle; Sally und drei ohne Namen

Mit herzlichen  u. ermutigenden Grüßen


Birgrit und Gunter als Referenten



9.November 2017

Dear all,

The Portuguese journalist Catarina Gomez is interested in CBOW in Indonesia. Does anyone have answers to the following questions:

Can you tell how many Dutch military served in Indonesia during the colonial war?

Is there an estimate on the number of mixed children?

What happened to the children after independence?

I've read there was a genocide of eurasiatics during 1945-46. Can you confirm this?

If you have any information you may contact Catarina directly at Catarina Gomes catarinaalmeidagomes@gmail.com

She also published a very interesting article on CBOW in West Africa Guinea-Bissau:

http://www.catarina-gomes.com/2017/02/03/the-search-for-my-portuguese-father/?lang=en

 

Best wishes

Ingvill

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Ingvill C. Mochmann

International Network for Interdisciplinary Research on Children Born of War

http://www.childrenbornofwar.com



20. August 2017

Moin, ihr Lieben,


es war schön, diejenigen von euch, die es möglich machen konnten, gestern in Delmenhorst bei Winfried treffen zu können und einen guten Gedanken- und Meinungsaustausch mit Kaffee, Frühstück und wunderbarem Preiselbeerkuchen mit Streuseln haben zu dürfen.

Zwar startete gestern der Tag bei der Ankunft bei Winfried, wie eben so oft in der letzten Zeit hier im Sommer, mit heftigem Regen. Doch danach kam ja zum Glück die Sonne doch noch heraus, so dass wir auch im Garten sitzen konnten.

Besten Dank auch für die überreichte CD "Der Bankert", DER CAMINO DES VER und Thistleflowers.


Es war schön euch zu treffen, mit Birgrit auch per Skype kurz in Kontakt zu sein, und ich wünsche euch allen Gesundheit und alles Gute - mit Gruß aus dem nun auch heute wieder verregneten Norden!

Uli


16. August 2017

Treffen mit meinen Schwestern in Amerika

Mein Vater – ein Ukrainer – war zu Ende des zweiten Weltkrieges auf den Bauernhof meines Onkels in

Arnsdorf bei Salzburg – gekommen, wo er meine Mutter kennengelernt hatte und ich im Februar 1947 zur

Welt gekommen bin. Er ist dann Ende 1947 von Österreich nach Frankreich gereist. Er schrieb von dort

meiner Mutter zwei Briefe , den letzten im September 1948, in dem er von einer Rückkehr in die Ukraine

sprach. Deshalb begann ich meine – erfolglose Suche – im Osten. Nach ein paar Jahren Pause bekam ich bei

einem Treffen der Besatzungskinder in Graz den Tipp, beim Vormundschaftsgericht anzufragen, ob mein

Akt noch existiert und ich mehr über meinen Vater herausfinden könnte. Nach anfänglicher Abwehr des

zuständigen Beamten und Einschalten der Volksanwaltschaft bekam ich nochmals einen Termin zur

Akteneinsicht . Daraus habe ich erfahren, dass mein Vater in die USA ausgewandert war. Mit dieser

Information (Schwierigkeiten gab es noch mit der kyrillischen Schreibweise des Familiennamens) konnte ich

über das Österr. Rote Kreuz einen Auszug aus dem amerikanischen Sterberegister bekommen, wonach er

bereits 1996 verstorben war. Bei der Suche nach evt. Familienangehörigen konnte das Rote Kreuz nicht

mehr behilflich sein. Nach langen Nächten bei Recherchen im Internet, konnte ich vor zwei Jahren

herausfinden, dass ich in Amerika drei Schwestern habe (in Wirklichkeit nur zwei, die Dritte ist die Tochter

seiner Frau aus erster Ehe) . Diese Schwestern habe ich nun besucht:

Nun habe ich es geschafft! Nach der ersten brieflichen Kontaktaufnahme mit meinen beiden Schwestern in

Amerika habe sie nun mit meinem Mann in Amerika besucht und persönlich kennengelernt!

Mit meiner jüngeren Schwester Janit hatte ich bereits regelmäßigen E-Mail-Kontakt – sie ist 52 Jahre alt,

verheiratet und hat einen 12-jährigen Sohn. Mit meiner zweiten Schwester Mary (53 Jahre alt,

unverheiratet, Onkologie-Krankenschwester) gab es bisher nicht viel Kontakt. Aufgrund der

Familiensituation von Janit (sie ist sehr mit ihrem Sohn beschäftigt – ihn von der Schule zu seinen

verschiedenen Sport- und Musikkursen zu fahren, außerdem arbeitet sie von zu Hause als Managerin einer

Schriftstellerin – ihr Mann arbeitet in Chicago und hat nur zwei Wochen Urlaub im Jahr) habe ich mir den

Besuch und auch den Zeitpunkt gut überlegt. Wir haben unser Treffen in eine Amerika-Kanadarundreise

eingebettet, um beiden Seiten den Druck eines großen Erfolges unseres Treffens zu nehmen. Sie hat sich

dann bei unserer Abreise nochmals sehr bedankt, wie „thoughtful „ wir waren und auf Ihre

Familiensituation so Rücksicht genommen haben.

Natürlich war ich sehr aufgeregt – nach ein paar Tagen in Chicago – mit dem Besuch des ukrainischen

Viertels von Chicago, in dem mein Vater viele Jahre gelebt hatte, fuhren wir am Freitag nach St. Charles in

Illinois. Als meine Schwester die Tür öffnete und wir uns umarmten, war sofort eine große Vertrautheit

spürbar. Meine Tränen flossen, als sie mir ein wunderschönes Fotobuch – mit Fotos meines Vaters – als

Willkommensgeschenk überreichte. Sie wohnen in einem sehr schönen Haus und stellten uns ihr großes

Schlafzimmer mit wunderschönem angrenzenden Bad für die Dauer des Aufenthaltes zur Verfügung. Nach

kurzer Zeit kam auch mein Schwager Ruben (seine Mutter ist Mexikanerin) nach Hause, der mich ebenfalls

sehr herzlich begrüßte. Er sagte uns, wie aufgeregt Janit war und er es so mutig von mir fand, den ersten

Schritt zu tun und eine so weite Reise für unser Kennenlernen zu unternehmen. Sie luden uns dann zum

Abendessen in ein schönes Restaurant ein , wo wir uns in entspannter Atmosphäre weiter kennen lernen

konnten.

Am nächsten Morgen kam meine Schwester Mary – auch sie ist eine sehr herzliche Person und wir waren

einander sofort vertraut. Auch ihr Willkommensgeschenk hat mich aus der Fassung gebracht: Sie schenkte

mir ein goldenes Kreuz, das mein Vater immer als Anhänger getragen hatte (er war sehr gläubig) und einen

Muttergottesanhänger (er war ein großer Marienverehrer).

Später kamen dann noch Joan (Schwester aus der ersten Ehe ihrer Mutter) mit Tochter und Enkelkindern.

Wir haben den ganzen Tag Fotos geschaut, gegenseitig über unser Leben erzählt. Mein Schwager Ruben hat

gegrillt, es kamen außerdem noch Nachbarn und eine Freundin meiner Schwestern vorbei!

Als wir am nächsten Tag unsere Weiterreise antraten (mit Geschenken für unsere Enkelkinder) war ich mir

nun ganz sicher, mit meinen Schwestern nun meine wirklichen Wurzeln und einen Teil meiner Familie

gefunden zu haben. Interessant ist auch, dass (so wie ich) alle fanden, dass wir drei eine Ähnlichkeit haben

(zumindest im Augenbereich).

Ich bin mir nun ziemlich sicher, dass sie uns– nachdem sie uns kennengelernt haben, wahrscheinlich schon

im nächsten Jahr in Österreich besuchen werden.

Wir haben dann mit einem Mietauto eine schöne Rundreise über die großen Seen weiter nach Toronto und

den Niagarafällen gemacht. Es war eine so schöne Reise - mit der inneren Dankbarkeit für das schöne

Treffen - das Land und die Leute kennen zu lernen, in dem mein Vater ein Großteil seines Lebens verbracht

hat und in dem meine neue amerikanische Familie lebt. Nach dem Besuch der Niagarafälle sind wir über

Cleveland und Elkart (Besuch des Amish-countries) zurück nach Chicago, wo wir mit großer innerer

Dankbarkeit den Heimflug antraten.

Von meiner Schwester Mary habe ich nun doch noch Adressen von Verwandten aus der Ukraine

bekommen. Die Adressen sind zwar 20 Jahre alt, doch hoffe ich, nun auch noch Verwandte in der Ukraine

kontaktieren zu können . Vater hatte sehr viel in die Ukraine geschrieben, doch sind keine Briefe mehr

vorhanden. Mein Wunsch ist es, eventuell im nächsten Jahr in die Ukraine zu fahren, und das Geburtsdorf

meines Vaters zu besuchen.

Ich möchte mich bei euch allen heute nochmals für die Unterstützung bei meiner Suche zu bedanken.

Ohne die Gruppe der Besatzungskinder hätte ich meine Suche nicht so intensiv verfolgt und meine

Schwestern nie gefunden!

Rosa K. Österreich


9. Mai 2017

Marsch des Unsterblichen Regiments

Über Olga Pavlenko, Vizerektorin an der RGGU, wo voriges Jahr mein Buch „Befreiungskind“ auf Russisch „Я найду тебя, отец» vorgestellt wurde, bekam ich eine Einladung, am 9. Mai in Moskau am Marsch des „Unsterblichen Regiments“ (Бессмертный полк). Völlig überraschend und ganz kurzfristig. Ich darf auch eine 2. Person aus unserer Gruppe mitnehmen. Alles musste sehr schnell gehen. Die offizielle Einladung des Organisationskomitees bekamen wir in letzter Minute, um noch den Visumantrag beim russischen Konsulat in Wien einzureichen.

Wir fliegen am 8. Mai nach Moskau, am 9. Mai nehmen wir am Marsch gegen das Vergessen teil und am 10. Mai ist unser Rückflug.

Diese Einladung ist eine große Ehre und Auszeichnung, nicht nur für mich und mein Buch, sondern auch allgemein für unser Thema „Befreiungskinder“. Es bedeutet die offizielle Anerkennung von uns Kindern mit sowjetischen Vätern.   

Ich werde danach noch berichten und hoffentlich ein paar Fotos schicken können.

Eure Eleonore aus Wien.



25. April 2017

Ich wollte Ihnen nur sagen, wie mich die Lesung gestern (21.4.17) in der Leipziger Stadtbibliothek berührt und bewegt hat. In meiner Familie gibt es auch ein "Kind ohne Vater - Jahrgang 48". Die Mutter war bis zu ihrem Tod nie zu bewegen, etwas über den Vater zu sagen, was ihr sehr übel genommen wurde. Gestern hörte ich in den Lesungen, dass so gut wie keine der Mütter darüber sprechen konnten ... und ich habe es etwas mehr verstehen können. Leider musste ich die Veranstaltung eher verlassen, aber das Buch werde ich mir kaufen, ich nehme an, man kann es auch über den Buchhandel beziehen. Herzliche Grüße und Ihnen allen weiterhin Gutes! CK



8. April 2017

Liebe Distelblütenschwestern und -brüder,


mit großem Interesse habe ich eben die neuen Beiträge von Eleonore, Yi-Chuang und Ursula aus den U.S.A. gelesen.


Ich freue mich, dass die Veranstaltung in New York so erfolgreich verlaufen ist. Besonders freut es mich, dass auch unsere englischsprachigen Leser, hier Yi-Chuang, so interessiert teilnehmen und nun auch Ursula, ein Berliner-1944-Kriegskind, aus dem Staat Washington, uns gefunden hat.


Da Eleonore die jüdisch-russischen Emigranten aus der früheren Sowjetunion erwähnte, möchte ich hier nur einen Buchhinweis geben, der vielleicht für unseren Kreis auf beiden Seiten des Atlantik von Interesse ist.


Ich lese z.Z. das deutschsprachige Bastei Lübbe Taschenbuch Band 27144, OPERATION ROMANOW, geschrieben von GLENN MEADE, Copyright 2016 by Bastei Lübbe AG, Köln, ISBN 978-3-404-27144-3.

Das englische Original hat den Titel THE ROMANOV CONSPIRACY, written by Glenn Meade, Howard Books, a Division of Simon & Schuster Inc., London, Copyright 2012.


Das ist ein packender Roman aus der Zeit nach dem 1. Weltkrieg und der russischen Revolution, also nicht unbedingt aus unserer eigenen betroffenen Zeit als Russenkinder des 2. Weltkriegs, doch sicherlich zum Verständnis der Vorgeschichte unserer Väter/Erzeuger. Vielleicht ist dies für unseren Kreis auch von Interesse?


Mit den besten Grüßen/With warm regards!

Uli

...

Let me continue in English for our non-german speaker.

I am reading right now the German translation of the book THE ROMANOV CONSPIRACY, original written in English by Glenn Meade, details in bold above.

A very interesting book about the time after World War I/Russian Revolution. Actually not the time we are directly concerned, but out of the historical background of our fathers. You might be interested as well.


10. März 2017 zum Befreiungskind

Bei mir ist es gleich wieder losgegangen, kaum von New York zurück. Viel Administratives, die Enkelkinder, der Alltag. Aber das ist ja bei fast allen Pensionisten so. Ich erzähle Euch lieber von New York, es war ein sehr schönes Erlebnis!

Die Präsentation fand in sehr schönem Rahmen statt (das russische Souvenirgeschäft in der 5th Ave „St. Petersburg Global Trade House“ ist wie ein Bilderbuch!). Auch mit Englisch ging es besser als gedacht, die Atmosphäre war entspannt und gemütlich, die Besucher sehr interessiert. Ich habe sogar den einen oder anderen Tipp bekommen, was ich noch unternehmen könnte. Die Leute haben richtig mitgetan. Einige waren selbst Betroffene, die ihre Verwandten gesucht haben oder noch suchen. Keine „Befreiungskinder“, aber jüdisch-russische Emigranten aus der früheren Sowjetunion. Das alles verdanke ich Regina Khikedel vom Russisch-Amerikanischen Kulturzentrum.

Die restlichen Tage verbrachte ich sehr glücklich mit meiner jüngsten Tochter Seraphine, die aus Montreal gekommen ist. Auch Renate, die in Florida wohnt, ist angereist und hat im gleichen Hotel gewohnt.

Herzliche Grüße,

Eleonore


10. März 2017 zum Buch Distelbüten - Englische Fassung "Winfried"

I was crying a lot when I read the letter. There were many images from the words, which were like scenes of films I've watched about the life after WWll. The images were grey blue, full of sadness, and depression. I just got up and read the letter. I couldn't finish it at first because if I kept on reading, I would have red eyes to work. I had to read it whole when I came home from work.


It's a sincere and sad story. From the words, I could see there is a hope and light behind the sadness, and I also feel there is passion for life hidden in the words. As I read, I was eager to read more stories afterward. How did the boy grow up? How did he fall in love with his wife? and how did he feel when he became a son's father? And how was the relation between he and his mother afterward? Has he gotten to Russia? How was the life after Germany united? I was curious the story behind when I read the words.

Yi-Chuan 一娟




3. Februar 2017

Hallo,

Vielen Dank für Ihre email und Ihr großzügiges Angebot, das Buch ohne Portozuschlag zu schicken. Inzwischen konnte ich Ihr Buch von Herrn Moeller über den con-thor Verlag bestellen. Zwar mit Portozuschlag, aber das ist ok. Ich erwarte Ihr Buch mit grossem Interesse.

Das Thema Ihres Buches interessiert mich, weil ich selbst ein Kriegskind bin. Ich wurde 1944 bei einem Bombenangriff in Berlin geboren. (Lebe seit 51 Jahren in Amerika).

Ich habe mich mein ganzes Leben über mit der Nazizeit und diesem fürchterlichen Krieg beschäftigt und jetzt gerade in meinem Alter wieder kommen mir diese Zeiten nicht aus dem Sinn. Es ist bekannt, dass besonders in den Ostgebieten und in Berlin zehntausende von hilflosen Deutschen Frauen und Mädchen Opfer der Rache Russischer Soldaten wurden. Auch Mitglieder meiner Familie waren davon betroffen, aber es wurde nie darüber gesprochen. Ich habe oft darüber nachgedacht, was aus den "Russenkindern" und ihren Müttern wurde, wie die Mütter seelisch überlebt haben, und wie die Kinder damit fertig wurden.

Als ich auf dem internet nach Artikeln darüber suchte, fand ich Ihr Buch.Ich danke Ihnen dafür,  dass Sie den Mut hatten, über Ihr eigenes Schicksal und damit das von tausenden anderen Deutschen Ihres Alters zu sprechen.

Vielen Dank für Ihr Angebot Fragen zu beantworten. Ich werde Ihr Buch lesen, und dann Fragen stellen.

Viele liebe Grüße von

Ursula  im Staate Washington, USA



25. Januar 2017


Sersté Nastassia <nastassia.serste1@etu.univ-rouen.fr>

Dear Mrs Granum and all members of the Bow i.n.

Thank you for your wonderful website. Let me introduce myself. Involved in a European research project in History at the University of Rouen (France) about Vietnamese Amerasians who came to Europe and whose father was an American soldier during the Vietnam War (1955-1975) and whose mother is Vietnamese, I write to you today regarding my archival work. Please, don’t hesitate to share or forward my message to someone in particular or institution could be interesting for my research. I have two questions.


First of all, I would like to know if you know any archives or information concerning these mixed-race children in Europe. This topic includes:

- Vietnamese Amerasians in general

- The European aid to the Vietnamese Amerasians

- Vietnamese Amerasians who came to Europe (Operation Babylift, Boat People, Adoption, Refugees, Asylum seekers…)

- Vietnamese Amerasians adopted in Europe.

- The adoptive parents of these mixed-race children in Europe

- The biological parents of these mixed-race children


Secondly, may I ask you if you know Vietnamese Amerasians living in Europe today? Or if you know any support organisation for the Babylift to Europe or for Vietnamese Amerasians living in Europe ?


Thank you in advance for the time you will devote to my requests.


Kind Regards,

Nastassia Serste (Chibow Project)

Researcher



10. Januar 2017

Ich möchte Euch nochmals zum Jahresbeginn alles Gute wünschen, Gesundheit und viele große und kleine Freuden.

Wir sind derzeit wieder einmal auf der Spur eines russischen Vaters, bzw. einer Familie. Wir sind schon fast sicher, dass er es ist, auch gibt es schon Verwandte, die sich gemeldet haben, aber nur Enkelkinder des Bruders, keine direkten Nachkommen. Wir suchen weiter.

Und noch eine gute Nachricht: Gestern bekam ich den link für die Ankündigung der Buchpräsentation in New York.

http://russianamericanculture.com/events/literary-events/eleonore-dupuis-liberation-child 

Schaut bitte einmal hinein. Und vielleicht könnt Ihr den link auch auf Eure Homepage stellen, wenn Ihr das für gut hält. Vielleicht hilft es ja, die Russisch-Amerikanischen Beziehungen ein ganz klein wenig zu bessern.

Vor einem Jahr hätte ich das nicht einmal zu träumen gewagt! Ich kann es noch gar nicht glauben, dass ich mein bescheidenes Buch im Big Apple vorstellen darf! Ich bin begeistert.

Die Leiterin des Russian-American Cultural Centers hat die Ankündigung recht gut gestaltet, finde ich.  Sie hat praktisch das ganze Material, das ich ihr so nach und nach in den letzten Monaten geschickt habe, verwendet. Jetzt hoffe ich nur noch auf Publikum dort!

Liebe Grüße und nochmals Alles Gute für’s neue Jahr!

Eleonore





Einträge aus 2016


6. November 2016

Seit 2015 , durch die Vorstellung im Rahmen des Kriegskindertreffens , ist mir Eure Arbeit bekannt, war ich aufgewühlt

von dem Buch "Distelblüten" und freue mich sehr eine so wertvolle Gruppe -Betroffener- unter uns, im Kreise von -Born

of War i.n .(International -network) zu wissen.

Ich stelle mich wie folgt vor:  Heinz- Michael Ernst Sturm, Lebensbornkind, geboren im "Heim Pommern", Bad Polzin.

"IM LEBENSBORN GEBOREN - HERKUNFT VERSCHWIEGEN, ein Leben mit einer Lüge,- WARUM ?"

Ich bin ein Lebensbornkind, aber auch ein Kriegskind ! Ich gehöre zu der Generation die das Schweigen der Mütter quasi

mit der Muttermilch eingesogen hat.

Es gilt das Schweigen unserer Mütter zu durchbrechen, dem Unrecht ein Gesicht zu geben und Geschichte werden zu lassen.

Wir/ Ich können/kann nichts an dieser Tatsache ändern,- aber: Wir stehen in der Pflicht zu reden !

Wir dürfen uns nicht länger hinter einer falschen Scham verstecken !

Wir sind die letzen einer Kriegsgeneration in der das -Schweigen- Pflicht war !

Offen zu reden, - das sind wir uns selber Schuld, Zeugnis ablegen und nach Antworten und dem  W A R U M  zu suchen.

H.-Michael Sturm

Grpnheide/Mark, 5. November 2016 


3. November 2016

Spuren im Leben


Die  zahlreichen Geschwister meiner Mutter sind alle verstorben. Sie hatten spannende Lebensläufe und ich hätte diese gern aufgeschrieben – tat es aber nicht rechtzeitig. Die Spuren des Vaters sind jetzt schon verweht. Was bleibt von mir nach Hunderten von Jahren? Werden es nur die schwer auffindbaren Knochen und verwehte Asche sein? Meine Gene werden lange nachweisbar sein in den Ahnenreihen vieler Menschen. Jetzt habe ich sechs Enkel. Aber ich, meine Persönlichkeit und Erlebnisse werden vergessen sein. Dann  bin ich endgültig gestorben.


2012 sah ich in der libyschen Wüste Reifenspuren aus dem II. Weltkrieg, die schon Jahrzehnte überdauert hatten. Wandmalereien aus grauer Vorzeit konnte ich da betrachten. Welche Spuren werde ich hinterlassen? Meine Taten und Werke sind zu unbedeutend um in die Geschichtsbücher einzugehen. Ich könnte nur Worte hinterlassen.


Am Anfang war es schwer Erinnerungen in Sätze zu fassen, irgendwann ging es fast von selbst.  Es hat mir selbst gut getan, mein Leben zu reflektieren, einen Abschluss zu finden.

Inzwischen lernte ich viele Menschen kennen, die in ihrem Leben etwas vergraben haben, nicht darüber sprechen wollten und unter diesem Schweigen leiden. Ich möchte sie ermuntern, darüber zu schreiben. Stil und Grammatik sind völlig egal. Jeder kann seine Spur hinterlassen. Dafür sind uns  Worte und die Schrift geschenkt worden.

Mit dem ersten Blatt Papier ist der Anfang gemacht und nur dieser Anfang ist schwer.


Als Kind überlegte ich, was unsterblich sei und fand: Gedanken sind unsterblich, auch wenn das Papier, auf dem ich sie niederlegte vergangen sein wird.

WJB


30. Oktober 2016

Meine Botschaft für die Kriegskinder wäre die folgende:


Ihr seid das Gewissen unserer Zeit, ihr tragt die Geschichte in euch und mit euch und haltet das Andenken an Kriege und Konflikte lebendig, um uns allen die Botschaft weiterzugeben, dass Menschen von diesen Konflikten in der allerpersönlichsten Weise betroffen werden. Daher ist es so wichtig, eure Geschichten mit so vielen Menschen wie möglich zu teilen, eure Stimme soll gehört werden.


Danke für deine Unterstützung!

Liebe Grüße


Agatha Schwartz, PhD



25. August 2016

Aufruf zur Mitarbeit:


Wir sind ein Forscherteam von 4 kanadischen Akademikerinnen, und wir arbeiten an einem Projekt zum Thema sexuelle Gewalt im Krieg in Deutschland und in Bosnien und Herzegowina.


Wenn Sie oder jemand aus Ihrer Familie sexuelle Gewalt im Zweiten Weltkrieg erfahren haben und wenn Sie bereit sind, Ihre Geschichte im Rahmen unserer Projekts in einer sicheren und anonymen Umgebung mit uns zu teilen, würden wir für Ihre Rückmeldung und Teilnahme dankbar sein.


Für Ihre Teilnahme am Projekt bieten wir Ihnen 30 Euro an.


Bitte kontaktieren Sie: Prof. Agatha Schwartz, agathas@uottawa.ca oder per Telefon 1-613-562-5800, Durchwahl # 7635.


Die ethischen Aspekte dieses Projekts wurden vom Komitee für ethische Fragen an der Universität Ottawa sowohl an der Saint Mary's University in Kanada gutgeheißen.


Agatha Schwartz, PhD

Full Professor / Professeure titulaire

Graduate Director, MA World Literatures and Cultures (LCM)

Director, Central and Eastern European Studies Research Group (CEESRG)


University of Ottawa / Université d'Ottawa

70 Laurier E. (251)

Ottawa, ON

K1N 6N5

Tél. 613-562-5800 #7635


Mit Agatha Schwartz habe ich ein sehr beeindruckendes Gespräch geführt. Es wäre wunderbar, wenn sich betroffene Menschen bei ihr melden würden. Ich leite auch Anfragen weiter.

Winfried



16. Mai 2016

Ich habe mir gestern ein besonderes Erlebnis gegönnt. In einer nahegelegenen Dorfkirche trat eine Gruppe der Donkosaken auf.


Ja, das ist immer wieder schön und sehr bewegend, auch wenn es an die Qualität von Serge Jaroff oder die des Staatlichen Akademischen Chors Moskau leider nicht mehr heran kommt. Ich erinnere mich immer wieder gerne an die Auftritte der Don Kosaken im Berliner Sportpalast in den 60ern, wo meine Mutter stets mit mir hin ging. In der Pause sprach sie dann immer die Sänger an, weil sie Russisch konnte. Heute singe ich selber im 2. Bass in einem Männerchor und letztes Jahr durfte ich hier in Berlin auf der Fête de la musique sogar die Legende von den 12 Räubern als Solo auf Russisch singen. Aber hier und auch in Russland will die Jugend von dieser Musik heute nichts mehr wissen und hört lieber Popmusik. Selbst meine Nichte in Kaliningrad will sie nicht hören. Schade, aber das ist wohl der Lauf der Welt.

Allen die beste Grüße aus Berlin

Alexander


8. Mai 2016

Liebe Distelblüten,

erst einmal vielen Dank für Eure Mails zum heutigen Tag!

Mein Bruder erzählt, dass unser Vater jedes Jahr an diesem Tag seine Orden herausholte, auf dem Tisch ausbreitete und an den Krieg dachte, den er ganz bewusst als Befreiung vom Faschismus erlebt hatte. In seinem Herzen war er Pazifist. Nach dem Krieg wurde seine Familie wegen ihrer Deutschstämmigkeit fast ausgerottet, und sein Leben war von Angst beherrscht.

Ich fühle mich sehr wohl in unserer Gruppengemeinschaft unter der Überschrift  Children born of war,  Unterabteilung Russenkinder. Wir können wie alle geborenen Kinder nichts dafür und bringen weder Schande noch Auszeichnung mit für die Umstände der Geburt, das besorgt die Gesellschaft mit ihren materiellen, rechtlichen und ideologischen Bedingungen. In gewisser Weise haben wir uns davon emanzipiert und nehmen die Menschenrechte für uns in Anspruch. Mitgefühl, Verständnis füreinander sowie Respekt vor der Subjektivität und Verzicht auf schnelles Urteilen  zeichnen unsere Treffen aus. Gute Basis für Brückenbauer.

Bei der Vorstellung ihrer ins Russische übersetzten Biographie hat Leonore Dupuis ein Tor  aufgestoßen: die Menschenverachtung des Krieges, dass die herrschende Macht sich anmaßt zu definieren, wer Freund und wer Feind ist und die wirkliche Erfahrung des Einzelnen leugnet, wurde thematisiert.  Es ging um Liebe und Verantwortung. Bei dieser Veranstaltung war kein Platz für die durch Gewalt entstandenen Kinder, das hätte an dem Tag nicht gepasst. Aber wer weiss, wie es noch weitergehen kann.

Ich hatte mich der österreichischen Gruppe angeschlossen, war herzlich aufgenommen,  auch meine Freundin, die aus Interesse mitgekommen war. Der Herausgeber von Leonores Buch war da, die Übersetzerin, mein Bruder war mit dem Nachtzug aus Minsk gekommen. Die offizielle Besetzung des Podiums kennt Ihr aus dem Programm, es war recht feierlich.  Renate aus Florida hatte Schals gehäkelt für die drei österreichischen Russenkinder in den russischen und österreichischen Nationalfarben,  für mich entsprechend deutsch.

Es gab natürlich auch Tourismus pur.  Moskau ist riesig, quirlig, überall wird gebaut, viel Altes renoviert oder vernichtet, auf jeden Fall war die Zeit zu kurz.

Ich wünsche Euch einen schönen sonnigen Tag, gute Gesundheit und Genesung

Herzlichst

Marianne


8. Mai 2016

Liebe Birgrit,

zuerst möchte ich Ihnen aufrichtig und sehr herzlich danken für alle Informationen, Texte,  Hintergründe .... die Sie mir geschenkt haben; vor allem aber für das Vertrauen. Neben den eigenen Vergegenwärtigungen der damaligen Zeit – mit vielem, was zu ihr gehörte – ist dieser Vertrauensbeweis für mich das Wichtigste.

Ich bin Jahrgang 1940 und habe eindrückliche Erinnerungen an das Kriegsende und die Jahre danach; allerdings keine, die mit Vergewaltigungen oder Ähnlichem zu tun haben; freilich solche, die von “Russen”, dem “Russe” oder dem “Iwan” handeln.

Für mich ist es gar keine Frage, dass es wichtig, befreiend, sinnvoll aber auch  schmerzlich ist, sich dieser privat-persönlichen und zugleich auch gesellschaftlichen Thematik zu stellen und sie zu reflektieren – in vielerlei Hinsicht.

Ganz zu schweigen von den oft katastrophalen Folgen für einzelne Menschen, sowohl aus dem “Volk” der Besiegten als auch der Sieger.

Deshalb möchte ich Ihnen auch zu diesem Buch gratulieren und Sie ermutigen, mit dem Kreis der Betroffenen weiter zu arbeiten und die Öffentlichkeit teilhaben zu lassen an Erfahrungen und Erkenntnissen.

Die weite Thematik “der Feind”, das Fremde, Rache/ Vergeltung und in all dem “Beziehungen” - einschließlich aller emotionalen Zusammenhänge - hat sich ja keineswegs erledigt (was hat sich denn überhaupt je erledigt?), sondern neue Aktualität gewonnen, wenn auch mit anderen Akzenten.

 

Wir werden ganz sicher nicht zum letzten Mal uns in unserem literarischen Arbeiten und Nachdenken mit dieser Materie beschäftig haben.

Ich freue mich wie Sie auf unsere Zusammenarbeit und grüße Sie herzlich.

Ihr CL


18.April 2016

Uli schenkte mir das Buch von Sabine Bode - "Die vergessene Generation". Ich kannte es nicht und wir fallen aus dem Zeitraster schon heraus. Aber mit diesem Text kann ich ältere Geschwister und Freunde besser verstehen. Ein Buch, dass mir viel gegeben hat.


13. April 2016

Dear All,

 

Over the weekend, the 1st of April to the 3rd of April this year, the group of the German Russenkinder-Distelblüten (Russian Kids - Flowers of the Thistles) had their 3rd annual meeting in Leipzig, and I was able to attend the first time.

 

Out of 30 members 19 met on this weekend, with quite a lot of newcomers, like me.

Of course all of us are now about 70 years of age, due to the end of the 2nd World War and our active biological fathers being members of the Red Army at that time.

 

Some of us enjoy their life as a result of a rape, but there are quite a lot of us being born out of love affairs between Russian Army members and German women. For all of us it is true, that none of us had the opportunity to grow up together with our biological fathers. The Red Army did not tolerate relationships of their army members with German women - the enemy. Those soldiers having had a love affair, have been sent back home to the Soviet Union quite soon, after this case became public. No later communication (letters) were allowed at all, so the mothers and the babies in Germany did not know at all anything about the whereabouts of their Russian partners/fathers.

Offsprings of love affairs, as well as those kids, growing up as a result of a rape, for sure have different opinions about their fathers. Those kids born in love knew at least the name of their fathers, also some times a home address, an age and the army rank.  Quite often as well there have been photos of him, sometimes together with the German mom and the baby. All of that is not known to those kids being the result of a rape.

 

So a few of our Russian Kids have been able to trace their fathers links and the members of the later families (step brothers and sisters), after the wall was broken and it was possible to use former Red Army registries.

 

For all of us it was very interesting to hear about the different cases and how all of them managed to grow up. For sure, a couple of tears could not be avoided by either speaking about the past, or listening about the so different stories. For sure we all felt like meeting now with sisters and brothers and we will try to stay in communication with each other in the future. Hopefully we can meet again in good health next year for the next annual meeting to come.

 

Thanks to our friends who organized and prepared this meeting, but also to all, who did not mind driving quite a bit to join in and make this meeting a success.

With best regards!

Uli



12. April 2016

Liebe Distelblütenschwestern und Distelblütenbrüder,

 

nun bin ich auch wieder von meiner Rundreise zurück gekommen, die mit Euch allen vor über einer Woche in Leipzig begann.

 

Habt herzlichen Dank für die gute Vorbereitung und Begleitung des für Euch dritten Treffens in Leipzig, das für mich das erste Treffen mit Euch war.

 

- Es war schön Euch Distelblütenschwestern und -brüder diesmal in Leipzig persönlich kennen zu lernen.

 

- Es war schön, für mich zugleich bewegend, einen Teil Eurer Lebensgeschichte zu hören, mit dem wir alle in einer besonderen Form verbunden sind, beginnend mit der Erzeugung durch unsere biologischen Väter.

 

- Es war schön Euch zuzuhören, wenn auch manchmal mit einer Träne dabei, Euch in die Augen sehen zu können, Euch jedoch auch in die Arme zu nehmen, denn wir haben etwas ganz Besonderes an und in uns, wir sind Distelblüten!

 

- Es war schön mit Euch in Leipzig dabei sein zu dürfen an diesem so in einer besonderen Art von Familientreffen, auch wenn es ca. 70 Jahre gedauert hat, so zusammen zu kommen.

 

- Es war schön, lass uns den Kontakt halten und wenn möglich alle zusammen im kommenden Jahr wieder gesund irgend wo treffen. Wir haben das verdient als Mitglieder dieser Großfamilie.

 

Ich nehme Euch alle aus der Entfernung in die Arme, grüße Euch herzlich und wünsche Euch alles Gute!

Euer neuer Distelblütenbruder

Uli


5. April 2016

Unser " Distelblüten-Russenkinder-Treffen" in Leipzig (1.-3. April 2016) war ein voller Erfolg. Das Wiedersehen mit den schon "Bekannten" und das Kennenlernen der vielen "Unbekannten" war für mich ein wunderbares Geschenk - ein sehr herzliches DANKESCHÖN EUCH ALLEN. Ihr habt mir zugehört!

Renate



22. Januar 2016

Wen soll ich und wie soll ich wen anreden, der oder die von diesem Schicksal betroffen sind? Und wo soll ich anfangen, meine Gedanken darüber auszubreiten, obwohl ich nicht davon betroffen bin? Ich erzähle einfach einmal von einem Telefonat mit Gunter, einem Schulfreund aus Ostritz von mir und einem Betroffenen aus dem Buch "Distelblüten". Irgendwie sind wir auf das Thema "Besatzungskinder" gekommen, da der Vater meiner Kinder ein Besatzungskind ist, allerdings das eines amerikanischen Soldaten. Da ich schon seit meiner Kindheit weiß, dass der Vater von Gunter ein Russe ist, hatten wir natürlich gleich dieses Thema. Er gab mir den Tipp mit der Geo 5/15, welche ich natürlich sofort bestellte und die Artikel von allen davon Betroffenen interessierten mich sehr. Ich bin seitdem immer wieder im intensiven telefonischen Kontakt mit Gunter und bekam auch das Buch zugesandt.

Das Buch "Distelblüten" hat mich so gefesselt und beeindruckt; ich musste es immer wieder und wieder beiseite legen und erst einmal verarbeiten. Da sind Frauen vergewaltigt worden und das Kind war trotzdem willkommen. Da war andererseits Liebe vorhanden und das Kind ein Leben lang beiseite geschoben worden. So viele verschiedene Menschen haben ihr Schicksal erzählt, welches mich sehr berührt und erschüttert hat. Jetzt ist  die Lebensgeschichte von Gunter so richtig bei mir angekommen. Da alle Erzählungen authentisch sind, fühlt man natürlich auch ganz anders und auch die Gedanken sind anders. Ganz besonders gefällt mir die Schreibweise der einzelnen Erzählungen, mal ganz einfach, dann wieder sehr gewählt ausgedrückt. Nun kann ich an jedes Kapitel auch ganz anders und ruhiger herangehen und muss auch nicht alles hintereinander lesen. 

Jedenfalls hat das Thema "Russenkinder" durch das Lesen des Buches bei mir einen ganz besonderen Platz im Herzen eingenommen, weil man es in dieser Form noch nie erwähnt hat. Meine Mutter hätte bei der Lesung in Ostritz auch noch viel zu Gunters Vater beitragen können, aber leider ist sie schon verstorben. Sie hat mir erzählt, dass sein Vater ein hübscher Mann gewesen, es auch Liebe gewesen sei und er ein Georgier und nicht - wie im Buch von Gunter geschrieben- ein Russe sei. Das ist schade, dass Gunter über seinen Vater vielleicht nie etwas erfährt.

Da ich in unserer Begegnungsstätte viel mit noch älteren Leuten zu tun habe, die den Krieg erlebt haben und vertrieben worden sind, kommt jetzt ein noch interessanteres Thema hinzu - nämlich "Russenkinder". Mal sehen, wie die Meinungen zu Russen auseinander gehen  bzw. die Stimmung nach dem Vorlesen vieler Passagen und Beiträge aus dem Buch.

Ich bedanke mich bei allen "Russenkindern" für ihre Offenheit und den Umgang mit ihrem Schicksal.

Heute Abend werde ich im SWR nach 22.00 Uhr im "Nachtcafé" die Diskussion mit Herrn Winfried Behlau ansehen. Das war auch wieder ein guter Tipp von Gunter! Ich bin interessiert!

RH



8. Januar 2016

Ich erhielt zu Weihnachten von meinem jüngsten Sohn das Buch SECONDHAND-ZEIT - LEBEN AUF DEN TRÜMMERN DES SOZIALISMUS, SURKAMP-VERLG, geschrieben von Swetlana Alexijewitsch, die 2015 den Nobelpreis für Literatur erhielt, was mich sehr interessiert und beeindruckt hat. Die Autorin erhielt dafür ebenso 1998 den Leipziger Buchpreis zur Europäischen Verständigung und 2013 den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels.

Die Vorstellung dieses Buches lautet: “Geboren in der UdSSR - das ist eine Diagnose.” Wer das Russland von heute verstehen will, muss dieses Buch lesen. Swetlana Alexijewitsch formt aus den erschütternden Erfahrungen von Menschen die zwischen Neuanfang und Nostalgie schwanken, den Lebensroman einer noch nicht vergangenen Epoche.”


In diesem sehr lesenswerten Buch wird u.a. auf Seite 235 von einem Soldaten der Roten Armee im 2. Weltkrieg berichtet, der folgende Aussage macht: “Es gab keine Deutsche zwischen zehn und achtzig, die wir nicht gefickt hätten! Alle, die dort 1946 geboren wurden, sind “russisches Volk.”

“Der Krieg rechtfertigt alles … ja, das hat er …”

(Ich hatte Glück, kam nicht in ein sowjetisches Kinderheim, ich gelangte 1957 durch die Flucht aus der SBZ/DDR mit meiner Mutter in die BRD.)

Dieser Satz oben ist sehr klar und deckt sich inhaltlich in etwa mit meiner eigenen Aussage zu meinem Geburtstag: “Es wäre interessant mal in den standesamtlichen Einträgen nachzuforschen, wie viele Kinder in dem damaligen Sowjetischen Besatzungsgebiet von 1945 dann 1946 geboren wurden?!” Das bezieht sich neben Vergewaltigungsopfern, so wie wir, auch auf “Beziehungsresultate” von deutschen Frauen mit Angehörigen der Roten Armee.


Vor diesem Buch hatte ich DAS STALIN EPIGRAM von Robert Littell gelesen, Fischer Taschenbuch Verlag, das so vorgestellt wird: “Russland in dunkelster Zeit - und ein Dichter bietet Stalin die Stirn - Moskau 1934: Millionen von Bauern verhungern, während Stalins Schergen die Städte durchkämmen und willkürlich Regimegegner verhaften. Auch der berühmte und angesehene Dichter Ossip Mandelstam ist in Ungnade gefallen. Dennoch beginnt er mit der Niederschrift eines großen Gedichtes, mit dem er das Volk aufrütteln will: das Stalin-Epigramm. Seine Frau Nadeschda und seine junge Geliebte, die betörend schöne Schauspielerin Zinaida, bangen um sein Leben. Denn jeder einzelne der sechzehn Verse kann für ihn den Tod bedeuten. “Ein erschütterndes, ein spannendes Buch.” NDR


Auch dieses Buch ist lesenswert und beschreibt die Zustände in der damaligen UdSSR vor dem 2. Weltkrieg, also in der STALIN-ZEIT, die dann zum in der Sowjetunion zum sogenannten Großen Vaterländischen Krieg mit dem Deutschen Reich führte.


Nur zur Info, mein erst kürzlich verstorbener Schwiegervater geriet als jugendlicher Flakhelfer in Breslau in sowjetische Kriegsgefangenschaft, der danach in ein Gulag in Sibirien unter Tage geschickt wurde, dies überlebte und durch Adenauers Vermittlung es schaffte in die Bundesrepublik zurück zu kommen.


Noch leben einige wenige Zeitzeugen dieser Generation, so wie Deine Mutter, und meine nun in diesem Frühjahr bald 92-jährige Patentante, die ich Ende des Monats wieder im Fischland an der Ostsee besuchen möchte.  U.B.









Hier die Gästebucheinträge des Jahres 2015




31. Dezember

Könnten Sie mir bitte helfen, das Buch nach Kanada geliefert zu bekommen? Ich habe bei mehreren Online-Quellen versucht (Marcus Verlag, amazon.de), aber es ist leider keine Lieferung nach Kanada möglich. Das Buch ist sehr wichtig für mich, da ich an der University of Ottawa tätig bin und an einem Forschungsprojekt über Kriegsvergewaltigungen in Deutschland und Bosnien arbeite. Unser Projekt interessiert sich ganz besonders für die Kinder der vergewaltigten Frauen und ihre Lebensgeschichten.

Hierdurch möchte ich zugleich Kontakt zu Ihrer Gruppe aufnehmen.

Mit herzlichen Grüßen aus Ottawa

Prof. Dr. A. S.

Ich vermittele gern den Kontakt - Winfried



14. Dezember

Danke für den Hinweis auf die "lange Nacht" im dlf am 12.12. mit dem Thema Besatzungskinder. Ich habe die Sendung leider nicht bis zu Ende gehört, weil ich dann doch irgendwann eingeschlafen bin. Allerdings bestimmt nicht vor Langeweile, ich fand die Sendung höchst interessant, berührend, auch sehr ausgewogen stimmig und immer wider auch sehr informativ. Ich habe mich zwar schon intensiv mit dem Thema beschäftigt, da ich selbst Als "Russenkind" Betroffene bin, aber einiges war ganz neu für mich, nicht nur die sehr persönlichen Lebensgeschichten wie von Marianne und Winfried, denen ich hier ganz besonders für ihren Mut, ihre Offenheit und ihr Engagement gratuliere.

Gibt es einen Mitscnitt oder einen Link, um sich das ganze nochmal anzuhören? rh


Antwort: Ja, auf die Startseite gehen. Dort ist der Link zur Mediathek. Später gilt: Mitschnitt von mir als Mailanhang anfordern. Winfried.



Am 16.November

durften wir, Gunter und ich,  im St. Antonius Stift in Ostritz / bei Görlitz unser Buch "Distelblüten..." vorstellen und eine Lesung durchführen. In Ostritz ist Gunter aufgewachsen.

Der Leiter des Antonius Pflegestiftes hatte die Einrichtung zur Verfügung gestellt und selbst im Ort dafür engagiert geworben. Ihm gebührt unser Dank.

Anlass der Lesung war die Friedensdekade. Ort der Lesung, der Andachtsraum, in dem sonst die Gottesdienste stattfinden. Das Rednerpult für unseren Auftritt stand vor dem Altar. Da wurde sogar mir als religiös nicht Gebundene feierlich zumute.

Wir waren beide aufgeregt, Gunter und auch ich. So ganz locker schütteln wir eine solche Lesung doch nicht aus dem sog. Ärmel.

Für Gunter war es ein "Heimspiel" und er sagte mir einige Tage später, er habe an dem Abend ein kg abgenommen!!


Als 19.15 Uhr einige Heimbewohner im Saal erschienen waren, war ich noch etwas skeptisch. 19.30 Uhr war der Beginn. Würden die Ostritzer Bürger noch kommen? Dann kamen sie! Stühle und Bänke mussten noch hereingetragen werden. Die meisten kannten Gunter und begrüßten ihn. Das war schon ein tolles Gefühl. Es waren ca 70 Ostritzer da.

In einer Pause gab es viele persönliche Gespräche. Vor allem mit Gunter. Er erfuhr an diesem Abend, was er früher hätte wissen wollen.

"Dein Vater war ein hübscher Mann. Ein Frauenschwarm". " Deinen Vater kannten wir. Er hat bei uns Holz gehackt." usw. Die Ostritzer Bevölkerung wusste also, was Gunter nicht wusste. Wer sein Vater war, wie er aussah, dass er und seine Mutter eine Beziehung hatten u. mehr.

Das war für ihn ein bewegender Abend. Auch für mich.

Es gab viel Interesse an unserer Sache im anschließenden Gespräch. Ein dem Anlass angemessener Abschluss war das gemeinsame "Vater Unser". Der Gemeindereferent hatte an unserer Veranstaltung teilgenommen.

Dank auch an Gunters Sohn und seinen Enkel, die die Technik bedienten und unsere Lesung mit Bild und Ton begleiteten.

Von den Ostritzern wurden 17 "Distelblüten ..." Bücher erworben.

Eine gelungene Veranstaltung.

Ich habe eine nächste Lesung, gleich am 4. Januar in Löbau und ich hoffe, es werden 2016 weitere folgen.

Die Menschen sind interessiert! Ich möchte alle Mitautoren ermutigen.

Birgrit


29. September

Liebe Disteln,

sicher kennt Ihr meine Ambitionen, unser Sein in Verse fassen zu wollen. Und wenn sie auch literarisch nicht der ersten Klasse entsprechen, so setzen sie sich dennoch mit unserem Schicksal auseinander und lassen hoffentlich eine Erinnerung an uns erkennen.

Gerne werde ich Euch auch noch andere Distelgedichte präsentieren, die ich an meiner Bienenhütte am Hügel schreibe und selbst Freude daran habe.

Euer Reinhard /Riwan


Eine Distel der Russenkinder Distelblüten


Es wächst eine Distel bei mir auf dem Hang.

Sie leuchtet herüber, ich seh sie gern an.

Stechende Blätter, aber steht schön in Blüte,

sind leuchtend lila, wird mir wohl im Gemüte.


Ich erkenn in der Distel mein eigenes Sein,

außen sehr stachlich, im Herzen doch rein.

Steh oft am Wegrand und nicht sehr beachtet,

dort sehe ich viel, bin hell, nicht umnachtet.


Sehe viele Menschen im beständigem Lauf,

fließen eilends vorüber, halt sie nicht auf.

Will nicht mehr sehen den ständigen Fluss,

sitz gern am Hügel, daran hab ich Genuss.


Am Hügel, da denk ich sehr oft auch daran,

wie versteckt es mit meinem Dasein begann.

War nicht das Kind, so, wie andre genormt,

stammte vom Russki, das hat mich geformt.


Den Namen vom Vater, den kannte ich nicht,

doch in meinen Träumen seh ich sein Gesicht.

Die Mutter hat später von ihm kurz erzählt,

hieß Nikolai, sie nicht mit Gewalt ausgewählt.


Nikolai war Offizier im russischen Bataillon,

stationiert nach dem Krieg in Sudentenregion.

Bin dort geboren, bis man Deutsche vertrieb,

ohne Heimat, daher hab ich Russland sehr lieb.


Ich seh meine Distel, denk an die andren dabei,

sich in Leipzig getroffen, ein freudiger Schrei.

Wir, zusammen, siebzig Jahr nach dem Krieg,

Schade, dass so lang dieses Thema man mied.


26. September 2015

Es ist ein wenig Ruhe eingekehrt. Ermuntern möchte ich durchaus hier Einzelbeiträge einzubringen. So habe ich in den letzten drei Wochen für mich beeindruckende Meldungen erhalten, die aber als privater Beitrag gedacht waren. Dafür danke ich.

Winfried


3. September 2015

Lieber Herr Behlau,

zusammen mit Ihrem Buch “Distelblüten” (das ich  in Zürich bestellt hatte) habe ich von Ihnen, zu meiner grossen Überraschung, noch ein paar so nette Worte und ein richtiges kleines Kunstwerk bekommen. Für Beides möchte ich mich bei Ihnen sehr, sehr herzlich bedanken. Das war eine ganz besondere Freude für mich.

Inzwischen habe ich das Bändchen mit grösstem Interesse und tiefer Anteilnahme gelesen. Wie gut, konnten wenigstens ein paar Dutzend Menschen, die ein ganzes Leben lang, zusammen mit ihren Müttern und Vätern und der ganzen Familie durch dieses Schweigen gelitten haben, endlich darüber sprechen, sich damit von der jahrzehntelangen Last befreien und den Bann des Tabu’s durch deren Offenlegung brechen. Ihr Beispiel wird gewiss noch vielen Betroffenen helfen, auch sich befreien zu können.

Ich erinnere mich nicht genau, aber ich hatte Auszüge aus den “Distelblüten” entweder in der Zeitschrift “Geo” oder im “Stern” in einem Café gelesen. Da ich mich mein ganzen Leben lang brennend für alle Facetten der unheilvollen Geschichte des 20. Jahrhunderts  interessierte und mich seit Jahrzehnten intensiv (ich bin heute 86 Jahre alt) mit Hilfe von unzähligen Büchern informiert habe, war es für mich eine Selbstverständlichkeit, auch über diesen Aspekt mehr und so persönliche Aussagen erfahren zu dürfen.

Ich gratuliere Ihnen und Ihren ehemaligen “Mit-Leidenskindern” herzlich und wünsche Ihnen Allen alles Gute..

Mit freundlichen Grüssen     L         


15. August 2015

Während meines Reha Aufenthaltes in der Median Klinik Berggießhübel erhielt ich die Möglichkeit eine Lesung zu unserem Buch zu machen. Der erste Auftritt mit meiner neuen Hüfte.

Es war brütend heiß und auch am Abend war es in dem Veranstaltungssaal noch wie in einem Schwitzkasten.

Es waren sechs Interessierte gekommen. Vielleicht war es den Leuten zu heiß oder das Thema nicht willkommen.


So war es im kleinen Kreis ein sehr offenes Gespräch. Einige Textstellen las ich und über andere der Autoren erzählte ich.

Der Videoeinspieler "Eigentlich" bewegte.


Immerhin wurde eine Stunde und 15 min daraus.

Bemerkenswert war das, was eine der Teilnehmerinnen berichtete.

"Meine Mutter hat oft erzählt, dass sie Zeuge von Vergewaltigungen war. Als ein Russe ein vierzehnjähriges Mädchen vergewaltigen wollte, ging deren Mutter dazwischen.

Ihr wurden mit dem Gewehrkolben die Zähne ausgeschlagen. Sie konnte die Vergewaltigung der Tochter nicht verhindern" aber, so berichtet die Frau weiter: "Meine Mutter hat solche Handlungen nie verurteilt. Sie hat immer gesagt - auch die Deutschen haben das getan. Und ich weiß nicht, ob nicht mein Mann oder mein Bruder auch solche Taten begangen haben - "

Bei dieser Aussage habe ich Gänsehaut bekommen.

Ich habe das so bisher von noch keinem gehört. Bereit zu sein

zu dem Eingeständnis, auch die Männer der eigenen Familie, die im Krieg waren, könnten unter diesen Umständen dazu fähig gewesen sein. Dem geliebten Mann, dem lieben Bruder, dem Sohn trauen wir das nicht zu.

Auch aus meiner Familie waren zwei Söhne meiner Großmutter, die Brüder meiner Mutter an der Ostfront.Sie sind nicht zurückgekommen. Keiner mag glauben, dass auch sie unter Kriegsbedingungen anders gewesen sein konnten als in Friedenszeiten. Und über die, die dann gefallen sind, lässt die lebenslange Trauer keine solche Vermutungen zu.

Mich hat dieses Gespräch sehr nachhaltig berührt.

Die Kulturverantwortliche der Klinik hat für zwei ihrer Verwandten unser Buch bestellt.

Birgrit


10. August

Schade , daß wir alle so weit auseinander wohnen und man sich nicht persönlich austauschen kann , es wäre sicher schön zu erfahren wie jeder einzelne mit dieser Situation umgeht und der Suche nach seiner Indentität . Es ist gut von Anderen etwas zu erfahren und das Buch trägt dazu bei

Schönes Wochenende Margitta

(Anmerkung. Man kann auch telefonisch Kontakt aufnehmen. Winfried)


5. August 2015

Ich habe mir das Buch Distelblüte auch sofort gekauft und nicht aufgehört  zu lesen, immer schon habe ich mich gefragt, ob es nicht noch andere Menschen mit dem gleichen Schicksal gibt und mich dann gefreut auf diese Seite gestoßen zu sein. Vor Jahren habe ich immer Russenkinder bei Google eingegben aber nie etwas gefunden, ich wohne in B. und kenne nur eine Frau die aus einer Liebesbeziehung ihrer Mutter zu einem Russen stammt und habe ihr gleich das Buch Distelblüter empfolen. Freue mich über die Eintragungen im Gästebuch.  Liebe Grüße Margitta


20. Juni 2015

Liebe andere RuKi´s

erst seit kurzem stehe ich im Birgrit-Mail-Verteiler, und aus der Gruppe kennt mich außer Winfried und Birgrit keiner. Vielleicht ist es nicht mal aufgefallen, dass ich dazugekommen bin… Ihr alle habt Euch mehr oder weniger bereits bei Treffen kennengelernt  - ich hingegen bin erst jetzt auf Euch gestoßen, bei einem weiteren meiner vielen Anläufe der Suche nach Menschen mit gleichen Vorfahren, also deren Väter  der Roten Armee angehörten. Erst stieß ich auf den Berliner Verein um Anatoly, war da aber quasi etwas falsch, weil ich meinen Vater nicht mehr suchte, denn ich hatte ihn schon vor 45 Jahren gefunden. So entstand ein Mail-Kontakt zu Eurer Gruppe  und ich bekam auch das Buch „Distelblüten“ zugeschickt und hab es doch recht bewegt gelesen, welche Lebensschicksale Ihr zum Teil habt erfahren müssen. Für unsere Herkunft können wir alle nichts. War aber  permanent ein wichtiger Teil meines Lebens. Auch ich wollte mehr über diese Sow-jetun-ion. wissen, fuhr auch hin zu meiner Verwandtschaft und fand bestätigt, dass es die sprichwörtliche russische Seele unter den Menschen dort tatsächlich gibt. Nun konnte ich mich auch besser verstehen. Aber die Politik der letzten Jahre steht dem ja dimateral entgegen. Führende pol. Kreise sehen in den Russen einen neuen /alten Feind, wollen ihn sehen und suchen ihn geradezu. Deshalb bin ich auch sehr kritisch geworden, mit dem, was heutzutage alles zu lesen und zu hören ist, was uns als „Wahrheit“ tagtäglich in den Medien erreicht. Wohne leider in einer dünn besiedelten Gegend, in der es schwer ist, Gleichgesinnte zu finden. Dabei wäre es gerade an uns, sich über das Persönliche hinaus für Frieden zwischen den Völkern einzusetzen.

Will damit mit meiner Vorstellung enden. Wer mehr lesen will, findet etwas von mir unter dem Link „FORUM - 9. Mai“ auf „unserer“ Internetseite. Für die Einrichtung dieser Internetseite gehört all denen mein großer Dank, die viele Stunden ehrenamtlicher Arbeit für die  „Grundinstallation“  und permanente Aktualisierung aufgebracht haben und aufbringen.

Vielleicht höre ich mal von dem einen oder anderen. Es würde mich freuen. Denn nach Leipzig zu einem möglichen weiteren Treffen werde ich nicht kommen können. Ich wohne an der Grenze Land Brandenburg / Mecklenburg-Vorpommern.

So grüße ich Euch alle (Ihr,  die wir letztlich doch weiträumige Verwandte sind) unbekannterweise und wünsche Euch bestes Wohlergehen.

Waltraut


14. Juni 2015

Bis erst gestern durch Zufall über die Vorstellung

des Buches " DISTELBLÜTEN" gestolpert. Bis gestern glaubte ich der einzige RUSKI auf der Welt zu sein.


69 Jahre Schweigen. Gratulation ich muss schon sagen, das hatte ich nicht mehr erwartet.

Jetzt muss ich lesen, lesen..


PS:

Ernesto ist mein Künstlername.

Hat etwas mit dem Ruski zu tun.


11. Juni 2015


Heute melde ich mich noch einmal zu Wort. Mit einem Hinweis an alle, die diese Seite lesen, sich zu Wort gemeldet haben, gern mit der Russenkindergruppe in Gedankenaustausch treten möchten, aber die große Internetplattform noch meiden möchten.

Ihr findet ja hier eine mail Adresse, das ist die von Winfried, der Ansprechpartner unserer Russenkindergruppe ist. Wer dahin schreibt und das dann freigibt nur für die Gruppe, kann den Austausch im größeren Rahmen, über unseren Gruppenverteiler, aber dennoch intern pflegen.

Ich schließe mich Josi an, dass bei uns natürlich Interesse besteht, wenn Ihr Euch hier zu Wort meldet, mehr zu erfahren. Und ich möchte Euch Mut machen, Euch zu öffnen. Uns allen hat das gut getan.

Ich schreibe das jetzt für die, die gern in unsere Gruppe integriert sein möchten. Seit unserem Treffen im März sind das Vier. Euch möchte ich sagen, schreibt Eure Geschichte auf. Muss nicht für ein Buch sein, für Euch selbst oder in Gedanken an die Mutter oder den unbekannten Vater, das ist befreiend. Sich frei schreiben.

Eine sehr herzliche Begegnung hatten wir in Hannover. R., die weiter unten einen Beitrag geschrieben hat, kam spontan zu der Abendveranstaltung und wir konnten uns persönlich kennenlernen. Das war so schön und ist immer gut. Ich denke du - R. - wirst dich bald allen zu erkennen geben.

Mach es über eMail. Geht auch über meine: birgritkaren@aol.com denn Winfried wird jetzt erst mal wohlverdienten Urlaub machen.

Birgrit


9.Juni 2015

Dankeschön, liebe Brigrit und lieber Winfried für Eure ausführliche und aufschlussreiche Berichterstattung aus Hannover. Das ist ja alles wahnsinnig spannend und sehr interessant. Unglaublich, wie plötzlich über alles gesprochen werden kann und wird. Gut, dass endlich das große Schweigen beendet wird.


@Uli: schön, dass du zu uns gefunden hast, herzlich willkommen in unserer wunderbaren Gruppe und unserer wunderschönen Internetseite.Ich glaube, Du könntest uns über Dein Schicksal noch mehr erzählen. Ich lese da vieles aus Deinen worten heraus.

Josi



6. Juni 2015

Nur durch Zufall bin ich auf diesen Link gestoßen.

Liebe "Brüder und Schwestern" des Zeugungstages 8. Mai 1945 und um diesen Zeitpunkt herum. Ich habe mich oft gefragt, ob man nicht einmal die Geburtsregister in Deutschland um den 10. Februar 1946 (mein Geburtstag) befragen sollte. Wird die Zahl 100.000 "Russenkinder" wirklich ausreichen? Als Kind dachte ich immer ich wäre allein ohne richtigen Vati, der Ehemann meiner Mutter fiel in Orel 1943 und wurde bei uns zu Hause von meiner Mutter und meinem Bruder Vati genannt. Erst sehr viele Jahre später musste ich erkennen, dass ich viele "Geschwister" habe.

Ich erfuhr im Alter von ca. 4 oder 5 Jahren in der damaligen DDR davon (dort war zu dieser Zeit das Thema tabu), dass "mein Vati", der Vater meines 6 Jahre älteren Bruders, der mit 16 Jahren dort verstarb, nicht "mein Vati" war. Meine Mutter erzählte es mir, als ich sagte: "Die bösen Russen haben meinen Vati erschossen!" Um zu verhindern, dass ich auf diese Aussage in der Öffentlichkeit Probleme erhielt, erzählte sie mir, dass mein Vater ein russischer Soldat (Offizier) war, sie sei vergewaltigt worden. Die Welt brach damals für mich zusammen. Mit 11 Jahren (ohne meinen Bruder) flüchtete meine Mutter dann mit mir "in den Westen". Nach der Wiedervereinigung bin ich sehr oft dort zu Besuch gewesen, wo die Vergewaltigung geschah und ich 11 Jahre meines Lebens verbrachte. Meinen Vater habe ich immer vermisst.

Ich grüße alle "Brüder und Schwestern"!

Uli


30. Mai 2015

Liebe Distelblüten, der Filmbeitrag von Knud Vetten war sehr schön gemacht. Ich glaube, er brachte vielen Zuschauern erstmals diese Thematik nahe. Von vielen meiner Facebookfreunden erhielt ich ein sehr positives Feedback. Das Thema wurde trotz der Kürze der zur Verfügung stehenden Sendezeit sehr informativ gestaltet, wobei mir auch viele schrieben, dass sie gern die ganzen Geschichten erfahren hätten. Einige haben das auch auf der Facebookseite von Exakt kommentiert und angeregt, doch eine längere Sendung zu machen und jedem einzelnen Schicksal mehr Zeit zu widmen. Die mdr-Redaktion war von dem Film  sehr angetan. sie antworteten auf Facebook auch, dass sie darüber nachdenken und an dem Thema dranbleiben. Schön wär es deshalb, wenn diejenigen von uns, die auf Facebook zugange sind, wenigstens Gefällt mir anklicken und den Fernsehsender auch mal loben würden.

Josi



28. Mai 2015

Habe mir die Sendung angeschaut.

Ich hatte für mich lange das Thema beiseite gelegt, nachdem ich vor ca. 15 Jahren, als ich die Wahrheit erfuhr, einiges unternommen hatte, um vielleicht eine Spur meines Vaters zu finden.

Leider nicht erfolgreich, aber für mich selber doch von Bedeutung.  Habe russisch gelernt, war auch öfter in Russland, um nachzuspüren, wie es sich für mich anfühlt, - dort;  russische Seele (wenn es sie denn gibt) in mir zu entdecken.

Das waren meine Versuche, zu einer inneren Ganzheit zu gelangen, so etwas wie ein später Heilungsprozess, wenn das nicht zu dramatisch klingt.

Und doch rütteln solche Berichte oder auch die Sendung wieder an dem scheinbaren Frieden.

Damals war ich damit zufrieden, es wenigstens versucht zu haben, aber ich merke, es lässt mich nicht los. Manchmal sind es Kleinigkeiten, wie die Frage, ob mein Vater dieses oder jenes Buch vielleicht auch gelesen hat, ach und vieles mehr.

Jetzt war ich augenblicklich davon angerührt, ob nicht ein Austausch mit anderen Suchenden, vielleicht auch mir noch einmal Hinweise geben könnte und vor allem empfinde ich so etwas wie eine Geschwisterlichkeit, wenn ich das so benennen kann.

Ich merke mein Bedürfnis, mich mitzuteilen und auszutauschen, dem ich jetzt hier einfach mal nachgegeben habe.

Du bist den Weg gegangen, über Deine Biographie zu schreiben und zu sprechen. Das muss doch mit einer großen inneren Veränderung einhergegangen sein, so zu sich zu stehen und sich anzunehmen, mit sicherlich auch grosser positiver Resonanz von den Zuhörern, die zurückwirkt.

Also, nochmals danke und einen herzlichen Gruß

R


23. Mai 2015

A very strange thing: The German soldiers here registered the children the soldiers had with Norwegian girls, the Lebensborn-register has about 12.000 German-Norwegian children in their archive. But no one has ever tried to find the Russian-Norwegian children here, except for the work I have been doing the last 15-20 years. I have not found many children, about 18, and I have registered them in a manuscript that I call "Father, where are you?" I am quite sure there are several more Russian-Norwegian children, but nothing has been published about these children and their life and search for their fathers' families, except for a few tv programs. I am sure we could find more children if articles about them could be published.

I have located the families of many Soviet soldiers/fathers in Russia, Ukraina and Belarus, and I have brought some of these children together with their fathers' families. I am a retired newspaper journalist, and I have also worked with the national tv station (and still do) in locating the families in the east on behalf of the Norwegian children/families. Together with a friend we started a very popular tv program in 1996, locating people all over the world and connecting family members.

I am living in Trondheim, and I have spent 34 years as a journalist with "Adresseavisen", the oldest newspaper in Scandinavia, and a year with television.

Per



22. Mai 2015

There is also a union for Russian-Norwegian children in Norway. There were 100.000 Russian POW in Norway in 500 camps all over the country. 5000 Soviet soldiers in Northern Norway from Septemner 1944 - August 1945. 13.370 prisoners died in prison camps here. We do not know how many Russian-Norwegian children there are in Norway.

Es gibt auch eine Gemeinschaft Russisch-Norwegischer Kinder in Norwegen. Es gab 100.00 russische Kriegsgefangene in 500 Lagern in Norwegen. In Nord-Norwegen gab es  vonSeptember 1944 bis August 1945 5000 Sowjetsoldaten. 13370 Gefangene starben in Gefängnislagern. Wir wissen  nicht, wie viele Russisch-Norwegische Kinder es in Norwegen gibt.

(per Mail eingegangen)


22.Mai

Erst vor kurzem erfuhr ich von der Gruppe Distelblüten.  Auch ich bin eine dieser schönen Blüten. Habe lange nach so einer Gruppe gesucht.

Aus dem Internet erfuhr ich nach langem Suchen, warum in den Medien immer weniger.... mehr auf der Seite FORUM Menüpunkt : 9. Mai



18. Mai 2015



Sehr geehrte Damen und Herren,

ich studiere zurzeit im vierten Semester Gesundheitswissenschaften an der Universität Bremen. In einem Projekt, welches ich mit meiner Kommilitonin Sarah Kirsch durchführe, interessieren wir uns für Lebensläufe einzelner Menschen. Mithilfe des narrativen Interviews untersuchen wir die Auswirkungen traumatischer Erfahrungen wie Vergewaltigungen auf den weiteren Lebenslauf. Wir haben schon ein Interview mit einem Russenkind geführt  und möchten uns so nun bewusst  dieser Thematik widmen.

Wir möchten gerne noch ein ähnliches Interview persönlich oder per Telefon führen. Wir möchten niemanden zwingen über ein solches Thema zu reden und sollte es zu einem Kontakt kommen, kann dieser jederzeit abgebrochen werden ohne, dass wir nachhaken.


Über eine Rückmeldung würden wir uns sehr freuen.


Mit freundlichem Gruß

Sarah Teuber <sarah-teuber@gmx.de>


18. Mai 2015

Im Funkhaus Europa hörte ich gestern einen Beitrag zu "Distelblüten". Dass das Buch lesenswert ist, finde ich auch. Aber dass der Herausgeber LEIDER die Beiträge nicht bearbeitet hat und die Texte damit holprig sind, finde ich nicht. Gerade weil jeder seine eigene Sprache behalten konnte, ist das Buch bemerkenswert.

Anton


18. Mai 2015

Liebe Disteln,

ich bin überzeugt, dass alle, die Mariannes Beitrag im Forum lesen werden, ihr den allerhöchsten Respekt für diese Darlegungen zollen werden. Marianne hat sozial, persönlich, wissenschaftlich, hoch emotional unser Dasein und Befinden dokumentiert, wie ich es nicht für möglich gehalten habe, dass eine Betrachtungsweise so dargelegt werden kann.

Mir fehlen die Worte. Danke. Höchste Achtung. Ich werde diesen Beitrag immer wieder lesen.

Ich grüße alle Disteln. Riwan


14. Mai 2015

Liebe Russenkinder,

viele lustige Gesellen sind heute unterwegs. Ich mache Zeitungsschau.


Ich war am 08.Mai zur Besatzungskinder Tagung in Köln dabei.

Erst heute wird mir so richtig bewusst, dass an diesen beiden Tagen, der 8.Mai gar nicht erwähnt wurde.

Ohne die "Befreier" oder "Besatzer", da mag es unterschiedliche Sichtweisen geben, ohne sie gäbe es uns nicht.


Nicht von den offiziellen Rednern und nicht in den Randgesprächen mit Besatzungskindern verschiedener Herkunft spielte der Bezug zum 8. Mai eine Rolle, obwohl die Tagung selbst ja diesem Tag gewidmet war.

Ein bischen schäme ich mich dafür, dass ich selbst dazu nichts hineingetragen habe, es gab Möglichkeit zur Diskussion.


Im Rückblick auf die Tagung wird mir bewusst, dass die Problematik der Russenkinder allgemein und die der im Osten speziell,

stärker ins Blickfeld der Forschung gerückt und vor allem differenzierter gesehen werden muss.

Bis zur Wende und vielfach bis heute spielte sich alles mehr im familiären Rahmen.


Eine holländische Tagungsteilnehmerin - deutsches Besatzungskind, hat ein Buch geschrieben, über die Mütter der Besatzungskinder.

Dazu hat sie 55 Frauen interviewt, anfangs fand sich kein Verlag, in Holland ist das immer noch ein völliges Tabu. Inzwischen ist das Buch erschienen.


Ja, unsere Mütter, ihre Liebes- und Leidensgeschiechten wären es wert aufgeschrieben zu werden. Renate in den USA hat damit begonnen.

Aber auch das Leben unserer Väter nach dem Krieg.  Viele sind schon tot, wir können sie nicht mehr fragen. Und diejenigen, die noch leben. Würden sie reden? Unsere Mütter und unsere Väter. Wieviel Zeitzeugen gibt es noch? Könnte das eine Herausforderung sein, der wir uns noch stellen?

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Empfehlen möchte ich Euch einen Artikel von Friedrich Schorlemmer - ND 08.Mai " Dass ein gutes Deutschland blühe" - geht zu googlen. Mit seiner Sichtweise kann ich mich sehr gut identifizieren.

Wenn ich an diese Dinge denke, so ist für mich heute auch Vatertag.

Liebe Grüße an Euch alle

Birgrit



12. Mai 2015

Liebe Schicksalsfreunde,

soeben ist das Buch: "BESATZUNGSKINDER. Die Nachkommen alliierter Soldaten in Österreich und Deutschland. Böhlau 2015, von Barbara Stelzl-Marx und Silke Satjukow erschienen. Meine autobiografische Geschichte findet man unter: Bericht einer französischen Tochter von Elisabeth F.

Weiters sende ich den Link zur Website htt://www.abgeangig-vermisst-.at

Hier gibt es viele weitere Berichte über Besatzungskinder.

Ebenso zu lesen ist die Geschichte über meine verschwundene Tante "Christine Umgeher"

Liebe Grüße

Elisabeth


3. Mai 2015

Jan Henne von GEO hat  einen nach meinem persönlichen Dafürhalten sehr schönen Text als Überleitung zu den Geschichten in der GEO und zum Video geschrieben.

Für diejenigen unter uns, die den Text nicht von der GEO-Facebookseite lesen können hier der Text:

"Russenkinder, die Nachfahren sowjetischer Soldaten und deutscher Frauen haben lange geschwiegen über das Stigma ihrer Kindheit. In der aktuellen GEO-Ausgabe erzählen einige von ihnen zum ersten Mal. Und im Video-Interview berichtet die TOCHTER EINES ROTARMISTEN von einer ganz besonderen Wendung des Schicksals."  (die Großschreibung stammt von mir, weil es mir sehr gefällt, dass er mich Tochter und damit uns als Kinder der Rotarmisten bezeichnet, was wir ja auch sind. Klingt irgendwie achtungsvoll, stolzmachend. Was haltet Ihr davon? Vielleicht können wir uns ja darüber einmal austauschen.  :-)

Josi


02.Mai 2015

Bedrückende Geschichte, die deiner Mutter, Renate. Mir fällt auf, dass sie sehr freimütig über die Zwillingsschwangerschaft schreibt, das war je eine Vergewaltigung und auch über ihre Heirat und vieles mehr. Dann nur, dass sie im 8. Monat schwanger war, als sie nach Deutschland kam. Man hat den Eindruck, da rankt sich ein Geheimnis um deine Zeugung. Und ein Grund, weshalb ihr dazu bis über den Tod hinaus der Mund verschlossen blieb. Vielleicht ist die Verschickung von ihr nach Deutschland eine wohlwollende Geste deines Erzeugers gewesen. Verfolge mal die Spur, an die du jetzt denkst. Viel Glück dabei.

Birgrit



30. April 2015

So, nun ist mein Interview auf der Facebookseite von GEO veröffentlicht - ich würde es als Einspieler für die Printausgabe ansehen.Ich finde, es ist viel von dem, was als spannende Geschichte und große Emotion alles gesprochen war verlorengegangen, weil es leider auf 4 Minuten zusammengeschnitten werden musste. Malte und Jan haben sich die größte Mühe mit mir gegeben. Es war nicht einfach für sie, meine ewig langen Schachtelsätze in kürzere umzuformulieren. Ich finde, man sollte vor so einem Film-Interview alles einüben. Ich hatte so viele schöne Sätze gesprochen und Aussagen gemacht, die ich eigentlich für nötig hielt, andere Aussagen wiederum hab ich auch vergessen zu machen in der Aufregung. Trotzdem danke ich der GEO, dass sie unser Anliegen so schön in Szene gesetzt hat. Am ganzen stört mich aber nur meine bescheuerte Frisur :-) Trotzdem waren heute auf FB mehr als 9000 Zugriffe, 91 likes wegen der Geschichte. Wir sind auf einem guten Weg, denke ich.

Josi


29.April 2015

Ich möchte mich allen anschließen, die sich anerkennend zu dem GEO Beitrag geäußert haben. Unser Anliegen ist von M.Mesenhöller sehr gut dargestellt worden. Sehr treffend auch die Bildunterschriften, die die unterschiedlichen Erfahrungen und Bekenntnisse von uns deutlich machen. Gut ausgewählt aus dem Buch. Auch die Zitate. Deutlicher hätte ich mir einen Hinweis auf das Buch, ISBN und unsere Homepage gewünscht. Auch die Fotos sind professionell gemacht, obwohl ich von mir selber beim ersten Anblick erschrocken war. Da ich alle persönlich kenne, möchte ich für die allgemeine Leserschaft bekunden: Wir sind auch fröhliche Menschen. Der ernste, eher nachdenkliche Gesichtsausdruck wurde von der Redaktion gewünscht.

Birgrit


27. April 2015

An dieser Stelle möchte ich mich für die vielen Glückwünsche zum Geburtstag bedanken. Es kam so viel per Mail, Telefon und Post an! Das bin ich nicht gewohnt. Streichelt aber die Seele. Danke.

Winfried



26. April 2015

Ich habe jetzt den GEO Bericht schon wiederholt gelesen und ich muss sagen, es ist gut geschrieben und trifft den Nagel auf den Kopf, besonders mit der verstärkten Prügel, die wir einstecken mussten und auch Selbstmordgedanken.  Bei mir war es der Gedanke, den  ich gleich in die Tat umsetzte als ich 8 Jahre alt war, damals war ich mit meiner Mutter in Hessen um ihre Zwillingsschwester zu besuchen, ich wurde gar nicht beachtet - niemand hat sich um mich gekümmert, meine Mutter sagte die ganze Zeit nur das sie viel lieber ihre Nichte als Tochter hätte als mich, da habe ich mich ganz bewusst entschlossen, dass ich in ein Auto laufe, und das habe ich getan. Ich habe mich oft gefragt, was wohl gewesen wäre,  wenn das Auto nicht sofort eine Vollbremsung gemacht hätte.

R. Brown USA



25. April 2015

Herzlichen Glückwunsch zu dieser Seite, zu dem Distelblütenbuch und zu dem tollen Bericht in der GEO.  Ihr seht alle wunderschön aus. Ich glaube mein Fotograf wird das nicht so künstlerisch hinbekommen - aber ich lass mich überraschen. Die Russenkind-Problematik hat Dr. Mathias Mesenhöller  toll dargestellt. Ich freue mich sehr. dass wir so ein Interesse erfahren und die besten Journalisten und Fotografen sich unseres Themas annehmen. Das alles haben wir auch Winfried und Brigrit zu verdanken, die unermüdlich eine wunderbare Arbeit für uns alle leisten und auch uns selbst, denn es gehört Mut und Selbstbewusstsein dazu, unser Schicksal öffentlich zu machen.

Josi



22. April 2015

Hab mir alles gleich angeschaut - geht unter die Haut!

Wenn du darüber erzählt oder gelesen hattest fand ich das sehr beeindruckend. Und eigene Gedanken darüber kamen hoch. Der Schulfreund meines Mannes ist auch ein "Russenkind". Seine Mutter verstarb, ohne etwas darüber zu berichten, so sagte er es uns jedenfalls. Und er selbst will angeblich nichts darüber in Erfahrung bringen. Meine Großmutter und ihre Schwägerin wurden von "Russen" vergewaltigt. Sie wurden nicht schwanger. Aber krank.

Das Bild ist ja auch sehr kreativ gestaltet. Das muss einem erst einmal einfallen! Sehr künstlerisch und aussagekräftig.

Da ich bei unseren Zirkelzusammenkünften oft nicht anwesend sein konnte, habe ich es überhaupt nicht mitbekommen, dass dieses Buch erschienen ist.

Sicherlich kann ich bei dir ein Exemplar erwerben.

H - Zittau