Treffen 2017

Die grünen Buttons haben Unterseiten

Am Vormittag hatten wir ein Live Interview beim Radio Mephisto in der Sendung Faustschlag.

Mephisto ist der Sender der Universität Leipzig. Er ist als Livestream zu empfangen und auf 97,6 MHz.

Wir danken für die Erlaubnis den Beitrag bringen zu dürfen. Zum Ton haben wir wenige Bilder hinzugefügt.

Hier eine Ankündigung in der Leipziger Internetzeitung.

 

4. Russenkindertreffen 21. bis 23. April Leipzig 2017

 

Das Russenkindertreffen ist nun Geschichte, es wird noch berichtet, aber zunächst habe ich meine Mutter beerdigt. Sie wurde fast 103 und hat mir noch ein schönes Geschenk hinterlassen: Eine Botschaft an mich.

Ich kann ihr nur danken.

Winfried

 

 

 

 

 

Am 21. April 2017 haben wir in der Stadtbibliothek Leipzig

im Veranstaltungsraum "Huldreich-Groß" eine Lesung zum Buch Distelblüten gehalten.

Etwa 50 Hörer gaben uns die Ehre. Wir danken Ihnen.

 

Für eine Sendung im Deutschlandradio wurden erste Aufnahmen gemacht. Ausstrahlungstermin wird im Oktober sein.

 

Unserer Moderatorin Sophie Roupetz schrieb für die Homepage des Doktorandennetzwerkes (www.chibow.org) folgenden Beitrag:

Und was sagen wir selber?

Im nächsten Jahr wollen wir wieder kommen. Für uns war der Austausch gut, das Haus angenehm. Es berichten sicher noch mehr Teilnehmer.

Glücklich sind wir mit Renate B., die genau an diesem Wochenende wichtige Menschen aus dem Leben ihrer Mutter kontaktieren konnte.

Und denjenigen, die gesundheitlich angeschlagen sind, wünschen wir baldige Genesung.

4.Russenkindertreffen - Leipzig 2017

 

Tagungszeitraum: 21. bis 23. April 2017

Ort:

Gästehaus

Evangelisch-Lutherisches Missionswerk Leipzig e.V.

Paul-List -Straße 19, 04103 Leipzig

18 Teilnehmer:

 

Gäste: von der Uni Leipzig und Ottawa und Frau K.K. vom Deutschlandradio.

 

Am Vormittag: Birgrit und Renate kaufen ein und arbeiten in der Küche. Winfried und Heide treffen sich bei Radio Mephisto, wo gegen 11:30 ein Live Interview gesendet wird. Statt der geplanten 8 Minuten werden es dreizehn Minuten. Zu hören unter „Treffen 2017“ auf der Website.

Freitag, d. 21.04.

Ab 14 Uhr Eintreffen der Teilnehmer, Einnahme eines Imbisses

 

18.00 Uhr Stadtbibliothek Leipzig, Wilhelm-Leuschner-Platz 10/11

Lesung zu unserem Buch" Distelblüten ..."

Es waren etwa 50 Leipziger Bürger gekommen. Nach der Begrüßung und einführenden Worten sprach Dr. Heide Glaesmer einige Worte zur durchgeführten Studie im Jahre 2013 im Ergebnis derer sich die Leipziger Gruppe der Russenkinder in Deutschland fand und sich seither regelmäßig trifft.

In gemeinsamer Arbeit ist das Buch entstanden.

Sechs der anwesenden Mitautoren lasen, persönlich sehr bewegt und authentisch aus ihrer Herkunftsgeschichte.

Es lasen: Renate W., Michael, Reinhard, Evelyn, Winfried, Birgrit

Einige von ihnen sprachen zum ersten Mal vor Publikum. Im Gedenken an unsere im vergangenen Jahr so plötzlich verstorbene Freundin Angelika wurde ein Auszug ihrer Geschichte verlesen und ihr Bild eingeblendet.

Marianne, die ebenfalls vorgesehen war, hatte Probleme mit der Zugverbindung, kam später und auf ihren Beitrag mussten wir verzichten.

Im anschließenden Gespräch mit den Leipzigern gab es Zuspruch und eine positive Resonanz. Wir bekamen bestätigt, dass dieses Thema in den Menschen noch präsent ist. Auch Anerkennung und Dank für die Veranstaltung an die Bibilothek, die den Rahmen und Logistik zur Verfügung stellte.

Für eine junge Frau, die in der Diskussion sprach, ergab sich der Kontakt zu Agatha Schwartz und es wurde für den nächsten Tag ein Interviewtermin vereinbart. Familiär besteht für sie ein Bezug zum Thema Besatzungskinder.

Den Schlusspunkt setzte Prof. Dr. Agatha Schwartz. Sie berichtete über ein Projekt, das zum Thema Besatzungskinder, vergewaltigte Frauen im Bosnienkrieg gegenwärtig an der Universität Ottawa durchgeführt wird.

Im Anschluss an den offiziellen Teil gab es individuelle Gespräche mit Teilnehmern. Wie bei vorangegangenen Lesungen auch, gibt es immer regen individuellen Redebedarf.

Zum Ausklang des Abends waren wir im nahegelegenen "Cantona". Leider schränkten akustisch ungünstige Rahmenbedingungen unser Bedürfnis nach Unterhaltung stark ein.

 

Sonnabend, 22.04.

* Katharina berichtete über das Kleine Treffen im August 2016 in Worpswede. Dort hatte auch Angelika aus Berlin teilgenommen, die dann so plötzlich im Zimmer ihrer Pension verstarb. Katharina hatte sie gefunden und auch als letzte lebend gesehen, die Angehörigen informiert und gemeinsam mit Renate H. an der Beerdigung in Berlin teilgenommen.

Anlass für uns alle in einem Moment des Schweigens an Angelika zu denken. Sie war von Anfang an in unserer Runde und bei jedem Treffen dabei.

Wir sind traurig, dass sie nicht mehr unter uns ist.

 

* Obwohl von Anfang an dabei, wurde Marlis erstmals als Teilnehmerin des Treffens begrüßt. Sie war in Begleitung von Julia gekommen, die für Marlis und Birgrit Übersetzungsarbeit in Verbindung zum Moskauer Suchsender "Schdi menja" übernommen hatte. Julia ist Ukrainerin.

Marlis sprach zu ihrer Herkunftsgeschichte. Zeitgleich zum Erscheinen unseres Buches "Distelblüten..." wurde Marlis Geschichte von Ute Baur-Timmerbrink in ihr Buch "Wir Besatzungskinder -Töchter und Söhne alliierter Soldaten erzählen" aufgenommen. Das Foto auf dem Einband zeigt Marlis als Kind.

Marlis ist, wie andere von uns auch, noch auf der Suche nach dem Vater oder Angehörigen. Sie hat seit einiger Zeit Kontakt zum Moskauer Suchsender "Schdi menja". Sie hatte der Journalistin Tatjana von unserer Gruppe berichtet. Diese hatte um unser Buch gebeten und setzt sich nun für diejenigen ein, die noch Vatersuche betreiben und den Sender nutzen möchten.

Julia bot an, eine Verbindung über Skype zu Tatjana herzustellen, was dann für 12 Uhr auch gelang.

Birgrit zur Verbindung mit Moskau:

Der Kontakt zu Tatjana besteht seit Dezember 2016. Nach der Zusendung des Buches bat Tatjana um die Geschichten der Einzelnen, die den Sender nutzen möchten, in russischer Übersetzung. Auf dieser Grundlage sollten dann die einzelnen Suchmeldungen über den Sender gehen. Eine Suche ist nur dann aussichtsreich, wenn genügend Informationen über den Vater und möglichst auch Bildmaterial vorgelegt werden kann. Bei den meisten von uns ist das sehr spärlich und die Hoffnungen auf Erfolg sollten nicht zu hoch sein.

Ein Skype Interview hat Tatjana mit Marlis und Julias Unterstützung 2016 geführt. Mit Birgrit war das Interview per Skype Anfang 2017, auch zwecks Informationen über unsere Gruppe.

Tatjana hat 7 Geschichten in Russisch vorliegen. Alle zwei Wochen freitags geht eine davon über den Sender. Gesendet wurden bis jetzt: Marlis, Alexandra, Birgrit. Demnächst Reinhard. Von Renate W. wird noch ein Foto erbeten. (Der Kontakt Renate und Tatjana ist inzwischen erfolgt). Von Michael F. wird ebenfalls noch ein Foto des Vaters in besserer Auflösung benötigt.

Der Vorschlag aus der Gruppe, nach Moskau zu reisen und dort einen Dreh über alle noch Suchenden zu machen und über den Sender auszustrahlen, wurde im Skype Kontakt an Tatjana herangetragen.

Ihre Antwort: Das könne nur ein Filmteam eines anderen Senders machen. Die Kosten sind enorm. Im Rahmen der wöchentlichen Suchsendung, die zeitlich limitiert ist, ist es nicht möglich. Tatjana ist abhängig von den Entscheidungen ihres Managements. Außerdem sei zu bedenken, wenn in Form einer Reportage oder Dokumentation das Thema „Vatersuche, fremde Väter“ über das Fernsehen geht, könne das bei der Bevölkerung Reaktionen auslösen und Fragen aufwerfen."Und was ist mit unseren Frauen? Den Schicksalen unserer Menschen? Hier gab es diese Dinge auch. Wer berichtet darüber?" Es wird weiter nur die Suchanfrage zu Einzelnen von uns möglich sein.

Wir werden weiter mit Tatjana in Kontakt bleiben und über den aktuellen Stand der Dinge informieren.

* Frau K.K. informierte über eine geplante Sendung im Oktober. Sie bat darum, während unserer Aussprache kurze Interviews durchführen zu dürfen und auch Teile der Diskussion aufzunehmen.

Ein längeres Interview erfolgte dann noch separat mit einem "Vergewaltigungskind"Wir sind gespannt auf die Sendung im Oktober.

 

* Prof. Dr. Agatha Schwartz war am Nachmittag leider verhindert, ihren Beitrag zu leisten. Sie musste wegen einer aktuellen Verletzung am Knie die Notaufnahme aufsuchen. So ergab sich erst am Abend ein lockeres Gespräch mit ihr. Sie informierte über das Projekt an dem sie in Kanada arbeitet und dass sie nach Serbien weiterreisen wird um sich dort mit Kolleginnen auszutauschen. Besonderen Raum widmet sie in ihrer Recherchearbeit den vergewaltigten Frauen aus Deutschland.

 

* Wer es sich zutraut, sollte in seinem Umfeld Lesungen anbieten. VHS, Bibliotheken, Vereine sind offen dafür. Wer es sich allein nicht zutraut kann andere um Mitwirkung bitten. Einige haben Erfahrungen mit Lesungen und unterstützen gern.

* Gegenwärtig erstellt Ursula Scott aus den USA eine Übersetzung. Sie macht das völlig kostenfrei, aus persönlichem Interesse an unserer Sache. Nach Abschluss der Übersetzung kann das Buch in der englischen Version als pdf verschickt werden. Winfried sucht eine günstige Möglichkeit zu einer Ebook Ausgabe.

Er verwies auf die Möglichkeit, dass diejenigen, die es in unsere deutsche Ausgabe nicht geschafft haben, hier noch eine Möglichkeit haben, ihre Geschichte einzubringen. In deutsch an Winfried, er gibt es an Ursula Scott weiter zur Übersetzung. Nicht zu lange warten, sonst ist diese Möglichkeit vertan.

* Nach der Mittagspause gab es einen emotionalen Höhepunkt für alle.

Michael-Alexander Lauter spielte uns das Lied "Der Bankert" vor. Die Liedermacherin Brigitte Lange aus Leipzig hat seine Geschichte vertont. Es flossen Tränen, nicht nur bei Michael. Ein gelungener Song.

Das Lied kann abgerufen werden über über unsere Website … über uns - Michael L

Reinhards Sohn hat mit Michaels Zustimmung einige CDs gemacht.

Inzwischen hat Michael mit Brigitte Lange gesprochen, sie ist bereit, wenn wir das wünschen, im nächsten Jahr bei uns dabei zu sein und eine musikalischen Beitrag zu leisten.

Wer Michaels Geschichte lesen möchte:

Im Buch "Bankerte" - Silke Satjukow und Rainer Gries und

"Besatzungskinder" - von Barbara Stelzl - Marx und Silke Satjukow

Zur Erinnerung: In beiden Büchern ist auch die Geschichte von Karin.

 

 

* Heide Glaesmer, die ab Mittag an unsererTagung teilnahm, berichtete über die Projekte die gegenwärtig an der Uni laufen.

Die jungen Doktorandinnen Saskia (2016 bei unserem Treffen dabei) und Sophie führen gegenwärtig mit einer Reihe Teilnehmern der Studie Interviews durch, auch aus der Gruppe der Russenkinder.

Es besteht weiterhin Interesse und Bereitschaft unsere Gruppe zu unterstützen und zu begleiten. Vorgesehen ist, durch Interviews und Befragungen von uns das aufzuarbeiten und zu dokumentieren, was nach der Teilnahme an der Studie, nach dem Gang in die Öffentlichkeit und dem Austausch in der Gruppe mit uns passiert ist. Welche Erfahrungen wir gemacht haben, in den Familien, mit dem Umfeld, der Öffentlichkeit und was das mental bei uns selbst bewirkt hat.

 

Sonntag, 23.04.

Zum Abschluss am Sonntag trafen wir uns im Gemeinschaftsraum. Nach dem Frühstück gab es einen lockeren Gesprächsausklang.

Überraschend für die Organisatoren - Winfried und Birgrit - fiel das Urteil über die Unterkunft sehr positiv aus. Sie wurde für wert befunden, im nächsten Jahr wieder zu buchen.

An Birgrit ging der Auftrag, mit Frau Thiel vom Gästehaus in eine Vorabsprache für nächstes Jahr zu treten. Es wird noch renoviert werden und ein Fahrstuhl soll uns den Aufstieg erleichtern. Vielleicht sind diese Umbauten bis April 2018 erledigt.

Wir haben uns gemeinsam auf das Wochenende

20.04. bis 23.04. 2018 geeinigt. Bitte vormerken!

Jeder ist nun gebeten, sich schon zur inhaltlichen Gestaltung des nächsten Treffens Gedanken zu machen. Einige Vorschläge wurden gemacht:

Weiter an unseren Geschichten arbeiten, besonders diejenige, die es noch nicht getan haben.

Einen Nachmittag oder Abend in dem wir uns zu Büchern austauschen, die wir für empfehlenswert halten, Textauszüge lesen mit Musikbegleitung (Brigitte Lange), auch eigene Texte. Filmbeiträge . etc. Wir haben Zeit um Ideen zu sammeln.

(BM)