Renate W.

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Wer das Buch Distelblüten aufschlägt, liest als erstes die Geschichte von Renate. Auch sie hat lange nach ihrem Vater gesucht, hatte sie doch den Vorteil, sehr konkrete Daten zu haben.

Am 9. Dezember 2017 lag endlich ein Ergebnis vor:

 

Zwei Brüder und Neffen und Nichten aus dem Altai sind gefunden.

 

Ein ausführlicher Bericht wird folgen. Renate braucht noch etwas Zeit.

Bis dahin freuen wir uns mit ihr.

 

Es haben viele Menschen geholfen, dieses möglich zu machen. Ihnen gilt unser Dank: Für den ersten Kontakt aus Frankfurt / Oder, den Kameramann aus München, Tatjana in Moskau...

Wem soll man für den glücklichen Zufall danken, dass ein Verwandter die Sendung "Warte auf mich" im ersten Russischen Fernsehen sah, in der Renates Suche gezeigt wurde. Der Vater hatte früher auch schon nach seiner deutschen Tochter gesucht, vergeblich. Doch es gab in der Familie ein Babyfoto und genau dieses zeigte auch das Fernsehen.

Der Rest war dann einfach: Melden, Datenvergleich und Abgleich, DNA Test (problematisch wegen der weiblichen Linien), Aufzeichnung in Moskau und ...hier ist die Fernsehsendung.

 

Guten Morgen ihr lieben Diestelblüten-Russenkinder!

Ich möchte euch für das Jahr 2018 die besten Wünsche senden, spät aber von ganzen Herzen.

Vorallen gute Gesundheit und immer liebe Menschen in euerer Nähe.

Ich möchte euch so viel schreiben aber ich habe meine Erlebnisse in Moskau noch nicht verarbeiten

können. So viel Glück in den Gedanken zu ordnen ist sehr schwer. Es fühlt sich wie ein Wellengang

im Kopf an.

Ja und wie fühle ich mich?

Am Abend nach der Aufzeichnung der Sendung,-der ersten Begegnung und Umarmung mit meinen

Brüdern Gennadi und Vladimir und deren Familien war ich plötzlich allein im Hotelzimmer.

Nachdem ich mir meiner selbst wieder bewusst wurde überkam mich ein Gefühl von Ruhe ,Wärme und Zufriedenheit wie ich es noch nie gespürt habe.

Ich sah einen alten Baum vor mir der sich bis zu diesen Moment gegen jeden Wind und Sturm stemmen musste,-denn er hatte nur nach einer Seite hin Wurzeln in der Erde. Ich fühlte mich frei und standhaft,-denn der alte Baum hatte nun auf beiden Seiten Wurzeln. Dafür bin ich unendlich dankbar.

Renate, 13. Januar 2018

Seit dem Zerfall der SU und insbesondere seit der sukzessiven Publikmachung des Themas in Österreich wenden sich vermehrt Kinder sowjetischer Besatzungssoldaten an das Ludwig Boltzmann-Institut für Kriegsfolgen-Forschung, die Botschaft der Russischen Föderation in Wien, die Österreichische Botschaft in Moskau bzw. direkt an das zuständige Zentralarchiv des Verteidigungsministeriums (CAMO) in Podol´sk bei Moskau. Generell wird zwar versucht, den Betroffenen – in manchen Fällen auch durchaus erfolgreich – bei der Suche zu helfen, doch ist von offizieller russischer Seite eine Weitergabe von Personendaten „ohne Zustimmung der Verwandten“ nicht erlaubt.

Unter Verweis auf mehrere Gesetze wurde … mitgeteilt, dass das Archiv CAMO „keine Angaben mit vertraulichem Inhalt preisgeben“ darf.

 

Quelle Barbara Stelzl-Marx (Geglückte Suche S 131/2)