Treffen 2019

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Texte zu den früheren Treffen finden sich im Archiv

Zum Treffen 2018.


Leider haben es nicht alle zum Fototermin geschafft.

Treffen der Distelblüten Leipzig vom

5. bis 7. April 2019


Zum sechsten Mal kamen wir nun bereits zu unserem jährlichen Russenkindertreffen in Leipzig zusammen.

Unser „Distelblütenfeld“ wird größer.

Wegen gesundheitlicher und anderer Verhinderungen konnten bisherige Teilnehmer nicht kommen. Dafür vergrößerten Neue unsere Runde, die über die Website und andere Medien auf uns gestoßen waren oder unser Buch erworben hatten und den Austausch suchten.


Wir durften 22 direkte Teilnehmer an diesen zwei Tagen und fünf Gäste begrüßen.

Auch Renates Hund Boris war zum wiederholten Male mit dabei.


Marie Kaiser und Heide Glaesmer von der Uni Leipzig berichteten über weitere Arbeiten auf europäischer Ebene, insbesondere über das CHIBOW Projekt. Marie sprach zu Ergebnissen der zweiten Fragebogenaktion, die mit Beteiligten der ersten Studie erfolgte. Die Auswertung ist noch nicht abgeschlossen und wir möchten hier nicht vorgreifen.


Die beiden Psychologen begleiten uns seit 2013 und nehmen an der Entwicklung und am Wachsen unserer Gruppe Anteil.


Michael St. aus Berlin, mit dem wir über die Mitarbeit bei BOWin seit einigen Jahren freundschaftlich verbunden sind, ließ uns mit seinem Vortrag in bewegender Weise über unseren eigenen Tellerrand schauen. Er gab einen nachhaltigen Einblick in seine Lebensbiografie als Lebensbornkind. Mehr dazu in einer Dokumentation.


Im Herbst wird es dazu einen Film geben, der noch in Arbeit ist. An seinem Beispiel wird deutlich, wie dicht beieinander Opfer und Täter (in seinem Fall beide Eltern) in einer Familie liegen.


Wir berichteten über die norwegischen Nachfahren deutscher Besatzungssoldaten, die in der EU und in der UNO aktiv sind, um für die rechtliche Situation alle Kinder von Kriegen einzutreten.


Ein gutes und wichtiges Zeichen ist, dass sich die norwegische Regierung im vergangenen Herbst bei den norwegischen Frauen und ihren „Deutschenkindern“ für die Art des Umgangs mit ihnen nach dem Krieg entschuldigte. Es kommt spät, aber immerhin.


Der Friedensnobelpreis 2018 setzte ein weiteres Zeichen der weltweit immer noch herrschenden Gewalt gegen Frauen entgegenzuwirken.


Der Film „Wars don't end“ aus Norwegen/ London, den wir uns am Abend ansahen, vermittelte uns beklemmende Eindrücke, wie mit Norwegischen Frauen und ihren „Deutschenkindern“ verfahren wurde, ähnlich wie in Frankreich und den Niederlanden.

Derzeit liegt er nur in norwegischer Fassung vor und ist mit englischen Untertiteln versehen.

Immerhin wurde dieser Film vor der norwegischen Regierung gezeigt, Bemühungen ihn in Straßbourg bei der EU und vor der UN in New York zu zeigen, laufen.

Zum Filmtrailer...


Einen weiteren Raum nahm das Thema „Demmin“ ein. Einen Bericht über unsere Lesung, die wir auf Einladung des dortigen Pastors im Herbst 2018 durchführten, gibt es bereits auf der Website.

Der Film „ Über Leben in Demmin“ der uns vom Produzenten Martin Farkas geschenkt wurde, ist schon in unsere Runde gegangen.

Interesse bestand, das an den Film angefügte Interview mit Prof. Philipp Kuwert gemeinsam anzusehen. Prof. Kuwert hatte die Produktion des Films über drei Jahre mit begleitet.

Er hatte uns ermutigt mit dem Thema „ Russenkinder“ nach Demmin zu gehen.


Eine weitere Gesprächsrunde könnte es dort in diesem Jahr geben. Der Pastor signalisierte einen Gesprächswunsch.


Der Samstag stand ohne Zeitdruck im Zeichen der individuellen Lebensgeschichten.

Drei der „Russenkinder“, die neu in unserer Runde waren, berichteten über völlig unterschiedliche Erfahrungen. Es war eine Atmosphäre der Offenheit und des Vertrauens. Wir möchten dazu ermutigen, diese Geschichten aufzuschreiben. Sie sollten auf der Website den bisherigen Fundus an Herkunftsgeschichten erweitern. Auch sie sind einmalige Zeitzeugenberichte.


Eine Besonderheit beim diesjährigen Treffen war, dass nun auch Enkel der Besatzungskinder zu uns stoßen und den Austausch suchen.

So u.a. eine Tochter, die Journalistin beim Bayrischen Rundfunk ist. Sie möchte eine Dokumention über den Vater produzieren. Im Herbst soll es zu einer Sendung kommen. Wir informieren darüber.


Eine weitere Tochter eines „Russenkindes“ sucht den Austausch mit Menschen der Enkelgeneration. Auch sie ist betroffen und umgeben vom Schweigen ihrer Mutter und konnte nun erfahren, dass sie damit nicht allein ist.

Falls Leser dieser Website aus der Enkelgeneration den Austausch suchen, dann vermitteln wir gern.


Besonders erwähnen möchten wir eine neue Lebensgeschichte. Alle haben einen russischen Vater – Alle? Nein, auch Menschen mit einer russischen Mutter, wie Ilona, gehören dazu. Ihre Mutter diente, wie viele junge russische Frauen, in der Sowjetarmee. Sie war Krankenschwester, geriet in Gefangenschaft und musste Dienst in der Wehrmacht tun. Oft verzweifelt und gedemütigt, verliebte sie sich in einen Deutschen. Unglaublich, wie im Drehbuch eines Films verlief das Leben. Der Deutsche hielt zu ihr, sie heirateten und hatten zusammen drei Kinder. I. schilderte, wie sie sich auf die Spuren ihrer ukrainischen Mutter begab.

An diesem Beispiel wird das Schicksal unzähliger Menschen deutlich, die nach Gefangenschaft und Zwangsarbeit in Deutschland dann als Staatsfeinde von den Sowjets wieder in Lager gesteckt wurden.


Da unser Buch „Distelblüten ...“in absehbarer Zeit vergriffen sein wird, steht die Absicht im Raum für eine eBook Ausgabe.

In diese können neue Geschichten aufgenommen werden. Die Mehrzahl der jetzigen Gruppe ist im Buch nicht vertreten.

Diejenigen, die in der Buchausgabe vertreten sind, können Ergänzungen schreiben. Es hat sich viel getan. Wir sind nicht mehr dieselben wie vor fünf Jahren. Weitere Recherchen in der eigenen Biografie haben neue Erkenntnisse, eine neue Sicht auf manche Dinge gebracht. Das sollte nicht verloren gehen.

Schreiben wir weiter.

Dies sollte möglichst bis Anfang Oktober 2019 geschehen.

Korrekturen und Zusammenfassungen benötigen dann noch Zeit.

Zum nächsten Treffen soll es fertig abrufbar sein.



2020 begehen wir 75 Jahre Kriegsende.

Wir gingen daraus hervor. Lange Zeit Schattenkinder.

Ihnen geben wir nach fast 70 Jahren in der Gesellschaft Gesicht und Identität .

Dokumentieren wir es gebührend.


Treffen wir uns 2020 im Mai in Berlin.Der Vorschlag fand Zustimmung.

Baldmöglichst Unterkunft und Tagungsort zu finden, bedarf der Unterstützung.

Winfried und Birgrit im April 2019

... und das schrieben ..


Katharina


Liebe Distelblüten,
für mich war es wieder einmal sehr schön mit euch ein paar Tage zu
verbringen und Erfahrungen auszutauschen. Ich fand es auch sehr
interessant, dass wieder andere Russenkindern den Weg in die Gruppe
gefunden haben und auch die jüngere Generation Interesse an der den
Lebensgeschichten der Eltern- und Großelterngeneration zeigen.

Bedanken möchte ich mich besonders bei Birgrit und Winfried, dass sie
wieder ein interessantes Treffen organisiert haben und auch bei den
weiteren Helferinnen, die für das familiäre Ambiente gesorgt haben.

Vor ein paar Tagen habe ich noch einen interessanten Bericht in „Titel,
Thesen, Temperamente“ gesehen zu dem neuen Buch von Miriam Gebhardt Wir
Kinder der Gewalt - Wie Frauen und Familien bis heute unter den Folgen der
Massenvergewaltigungen bei Kriegsende leiden.
https://www.randomhouse.de/Buch/Wir-Kinder-der-Gewalt/Miriam-Gebhardt/DVA-Sachbuch/e497625.rhd
Es könnte euch evtl. auch interessieren.

Jetzt freue ich mich auf unsere Flussreise von Rostov am Don nach Moskau.
Es wird sicherlich sehr interessant aber wahrscheinlich auch emotional und
uns unserem „Vaterland“ Nah fühlen.
Ich werde die  Bücher „Sie kam aus Mariupol“ und „Warum wir Frieden und
Freundschaft mit Russland brauchen“
Ich wünsche allen ein schönes Osterfest.
Sonnige Grüße
katharina



Michael S:

der gestrige Tag und die gemeinsame Zeit mit Euch allen hat mich sehr bereichert, nachdenklich werden lassen, aber eben auch beeindruckt wie ihr mit Eurer Herkunft umgehen könnt, Euch den Tatsachen stellt und in Eurer Gemeinsamkeit auch Stärke und Aufarbeitung findet.

 

Für diese Begegnung mit Euch allen bin ich dankbar !

 

Für den heutigen und morgigen Tag wünsche ich Euch eine gute Zeit, sehr viele,- sicher produktive Gedanken und Festlegungen für die wichtige Arbeit, wie auch ein weiteres harmonisches Beiammensein.

 

Ich freue mich auf ein Wiedersehen wann auch immer, mit Euch allen aber auch mit  j e d e m von Euch persönlich.

Ganz herzliche Grüße nach Leipzig,

Euer Michael Sturm



Liebe Distelblüten

Einige von Euch werden noch ein paar schöne Stunden miteinander verbracht und sich ausgetauscht haben.

Mir haben diese zwei Tage mit Euch zusammen gut gefallen, gleichwohl einige geschilderte Lebensbegebenheiten in mir einen unglaublichen Eindruck hinterlassen haben. Anderen von uns erging es wohl ähnlich.

Ich wünsche Euch allen eine gute Zeit und erst einmal frohe Ostern.

Herzlichen Dank an Birgrit und Winfried für die Organisation dieser Tage.

Laßt es Euch gut gehen und

einen lieben Gruß aus Berlin

C


Liebe Distelblüten

herzlichen Dank Euch Allen  für die intensive Zeit von Begegnung und Reflexion! Speziellen Dank natürlich an Birgrit und Wilfried, die Organisation und liebevolle Betreuung war wie immer perfekt und wohltuend. 

Ich denke,  auch oder vielleicht sogar  besonders diejenigen, die zum ersten Mal dabei waren, haben sich wohl gefühlt und kommen wieder.

Bis spätestens zum nächsten Mal,  bleibt oder werdet gesund , nutzt die Zeit fürs Wohlergehen

Herzlichst 

Marianne


Birgrit:

Es ist wohltuend und bereichernd, in jedem Jahr neue Russenkinder begrüßen zu können.  Immer wieder klopft das Herz, wenn wir die neuen Herkunftsgeschichten hören, andere biografische Verläufe vernehmen, die doch so viele ähnliche Erfahrungen vermitteln, wie wir sie alle kennen.

Das weckt den Wunsch, jeden zu umarmen. Auch die, die aus den unterschiedlichsten Gründen in diesem Jahr oder noch nie dabei sein konnten, aber zu Hause in Gedanken bei uns waren. Wir freuen uns auf Euch im nächsten Jahr.


Liebe B., herzlichen Dank für deine Mitteilung. Vor allem aber Danke für deine Mitorganisation des 6. „Distelblüten“-Treffens. Toll arrangiert, ganz locker und zwanglos, aber in seiner Brisanz sehr bewegend und ergreifend für uns alle. Die verschiedenartigen Lebensgeschichten benötigen gewiss etwas Zeit der Verarbeitung für uns alle. Als einer von den „Neuen“, fühlte ich mich sofort wohl im Kreise der etablierten Distelblüten. Daran hat W. einen besonderen Anteil. Danke an alle Fleißigen, für dieses tolle Treffen und auch Frau Glaesmer und Frau Kaiser für Ihre Teilnahme und Ausführungen.

Allen herzliche Grüße und eine gute Zeit, N.D.


Lieber Winfried,
an Leipzig haben wir noch eine kleine Familien -Rundreise angehängt, von der wir erst vor ein paar Stunden zurückgekehrt sind. Darum kommt unsere Reaktion auf das Treffen erst jetzt.Es ist schwer, - ich nehme bewußt - UNSERE Eindrücke in Worte zu fassen, ist das bei Emotionen sowieso nur bedingt möglich. Das Gefühl, mit Menschen zusammen zu sein, die man schon lange zu kennen glaubt, mißt man das an ihrem Auftreten uns gegenüber, sagt wohl alles! Was gesagt wurde, worüber wir uns in vielen Einzelgesprächen austauschen konnten, das alles verband sich für uns zu einem wunderbaren Strauß stolzer Distelblüten. Seid ganz herzlich bedankt, DU und BIRGRIT, für Eure liebevolle Sorgfalt und Mühe bei der Vorbereitung dieser Tage.
Bleib gesund und weiterhin so bewundernswert engagiert, wie wir Dich bisher kennenlernen durften.
Viele liebe Grüße 
von J und A