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Grafik Distelblüten Knut Weise Breda NL

Unser Künstler, Knut Weise NL, stellt sich auf seiner Website vor. Mehr ...

4.12.19

Die grünen Buttons haben Unterseiten

June 30, 2021 A new article, see more.


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Wars don’t end - Kriege enden nicht - auch nicht 75 Jahre später


Es ist gut, wenn wir uns nach 75 Jahren an das Ende des Krieges erinnern mit seinem Schrecken und den vielen Opfern.


Seit biblischen Zeiten wird eine Gruppe vergessen: Frauen und Kinder des Feindes.


In allen Kriegen, von der Antike bis in die heutigen Tage, gehören Frauen zur Beute von siegreichen Soldaten, nicht nur als Beute, sondern auch als Geliebte. Aus diesen Verbindungen gehen Kinder hervor: - Kinder, die in der Geschichtsschreibung vergessen werden.


Als die Wehrmachtssoldaten weite Teile Europas besetzten, hatten sie Freundinnen und Kinder. In Norwegen und Dänemark waren solche Beziehungen von den Nazis sogar ausgesprochen erwünscht.


In Polen und der Sowjetunion verbot der Rassenwahn solche Beziehungen, aber in Gewalt und in Liebe wurden auch dort viele Kinder gezeugt. Diese Kinder des Feindes wurden ignoriert und sie hatten es sehr schwer. Unter Stalin und bis heute wird kaum darüber berichtet.


Und wie sah es aus, als die Alliierten auf Deutschland vorrückten? Bei allen Alliierten gab es Beziehungen zu deutschen Frauen, Vergewaltigungen, aber auch viele Liebesbeziehungen mit Folgen.


Die Mütter mussten sich Diskriminierung gefallen lassen und auch die Kinder erlebten schon früh Mobbing - auch durch staatliche Stellen. Erst 1955 fand man in der Bundesrepublik gesetzliche Regelungen zum Unterhalt.


In Norwegen entschuldigte sich die Regierung erst 2018 bei den Frauen und Kindern, weil auch von staatlicher Seite 1945 und später Misshandlungen stattfanden.


Kinder von alliierten Soldaten haben in Deutschland nicht das Interesse der Öffentlichkeit und erst in letzter Zeit beschäftigt sich die Forschung mit diesen Kindern.


Inzwischen wird sexuelle Gewalt in Kriegen systematisch als Kriegswaffe eingesetzt. Zum Beispiel in Serbien und in arabischen Ländern gehörten Vergewaltigungen zur Demütigung der Zivilbevölkerung. Selbst bei Peacekeeping-Truppen der UN existiert das Problem. In Afrika ist sexuelle Gewalt durch Soldaten an der Tagesordnung.


Ich habe ein Leben lang darüber geschwiegen, dass ich aus einer Vergewaltigung stamme. Erst universitäre Forschung brachte mich in Kontakt mit anderen Kindern des Krieges und so lernte ich mit meinem Schicksal besser umzugehen. Aber ich weiß, dass viele noch mit ihrer Lebensgeschichte hadern.


Als Beispiel nenne ich Anton.

Es gibt viele Antons, Tonis, Antoschas, Antoines auf der Welt



Eigentlich habe ich sieben Väter.

So viele waren es, die über meine Mutter herfielen.


Eigentlich sollten wir - sie und ich - nicht leben.

Der Letzte wollte sie erschießen.


Eigentlich verhinderte dies nur einer der Sieben.

Ich wünsche mir, er ist mein Vater.


Eigentlich kann ich darüber bis heute nicht reden.

Aber es schreit aus mir heraus.


Eigentlich möchte ich Hilfe haben.

Vielleicht rede ich noch. Bevor ich sterbe.


Vielleicht …



Meine Schwägerin Dorothee schrieb mir kurz vor ihrem Tod:


Hallo Winfried,

hast Du wirklich so ein Problem mit dem Verhalten Deines Vaters? Man kann das Verhalten eines Menschen nicht losgelöst von den Umständen bewerten.

Was weißt Du darüber, was er in diesem Krieg schon alles miterlebt und mit erlitten hat? Hunger und Durst und Todesangst, den Anblick schrecklicher Wunden, qualvolles Sterben ohne jede medizinische Versorgung, den Tod von Familienangehörigen und Freunden. Er muss, wie alle Soldaten zu dieser Zeit, stark traumatisiert gewesen sein durch das, was er erlebt hat. Und er war Teil einer Gruppe/Truppe, die ihm Halt gab. In dieser Gruppe wurde vergewaltigt, wie es zu allen Zeiten üblich und akzeptiert war, dass nicht nur der materielle Besitz des Feindes, sondern auch dessen Frauen und Töchter dem Sieger zufielen. Es gibt keinen Krieg, in dem die siegreichen Truppen sich nicht das Recht herausnahmen zu vergewaltigen. So, als sei das eine Art Naturrecht.

Aus der Distanz heraus gesehen ist das abscheulich. Aber wenn man selbst in solch einer entsetzlichen Situation steckt? Könnte nicht jeder von uns in einer entsprechenden Extremsituation zum Mörder werden? So wie jeder Mann zum Vergewaltiger werden kann, ebenfalls in einer Extremsituation. Wer an solch einem brutalen und grausamen und ungerechten Krieg teilnimmt und dabei nicht Schaden an der Seele nimmt, der ist ein Heiliger. Das war Dein Vater sicher nicht. Er war ein Mensch wie Millionen andere. Verzweifelt, verletzt, voll Wut, von Rache angetrieben, nicht mehr Herr seiner Sinne.

In Friedenszeiten war er vielleicht ein liebevoller Ehemann und Vater. Du kannst es nicht wissen. Sicher ist nur, dass der Krieg das Gute im Menschen abtötet. Im Irak, in Afghanistan, überall auf der Welt.

Liebe Grüße Dorothee


Ich wünsche mir, dass in allen Ländern, besonders auch in Russland offen mit der Thematik „Kinder des Krieges“ umgegangen werden kann. Man muss nicht vergessen, aber man kann verzeihen - sich selbst und auch den anderen.

Inzwischen danke ich meinen Eltern: Der Mutter, die mich leben ließ und auch dem Vater, der mich in Gewalt zeugte. Wenn die beiden nicht gewesen wären, könnte ich heute hier nicht stehen, - verzeihen. Ich könnte nicht lieben und geliebt werden.


Deutschland tut sich immer noch schwer, die Leiden der Sowjetunion und den Beitrag zur Befreiung vom Naziregime zu würdigen.

Hier ein Artikel der Berliner Zeitung dazu.


Und leider immer noch aktuell ist ein alter Beitrag zum 22. Juni, mehr ...

Der Überfall auf die Sowjetunion ist nun 80 Jahre her. Der Bundespräsident Steinmeier besuchte deswegen das Lager Sandbostel, in dem viele Kriegsgefangenen umkamen. Dort traf er auch mit Katharina zusammen.

Mehr....


Aus der Ukraine gab es eine Suchanfrage zu einem Jungen - Peter mit Mutter Ursula aus Rathenow. Mehr.. Diese Anfrage konnte innerhalb weniger Tage positiv abgeschlossen werden.



ПАРНАЧЕВ Василий Ильич.

Wassili Iljitsch PARNACHEW


Wieder erreicht uns eine Suchanfrage aus Russland.

Mehr im Gästebuch.






10. Dezember 2020


Reinhard, Mitbegründer

unserer Gruppe,

ist heute verstorben.


Reinhard konnte bei den

ersten Treffen immer dabei

sein. Danach fiel es ihm

schwer, denn er wurde

sehr krank, hatte noch etliche

Operationen.


Zu Geburtstagen erfreute er uns mit einem Ständchen auf seinem Leierkasten. Er war ein ganz Lieber und auch aktiv dabei, unsere Lebensgeschichten zu verbreiten.


Reinhard, wir vermissen dich.

Deine Distelgeschwister, so nanntest du uns.

Mehr zu Reinhard und zur Beisetzung  am 23.1.2021



Hoffnung,

ist nicht die Überzeugung, dass etwas gut ausgeht,

sondern die Gewissheit, dass etwas Sinn hat - egal, wie es ausgeht.

Vaclav Havel






Zu einem Deutsch-Jüdischem Schicksal liegen Dokumente vor. Das Paar heiratete 1938, mussten sich aber scheiden lassen. Aus einem Nachlass sind Briefe von 1938 bis 1945 erhalten, die letzten in das KZ Theresienstadt.

Mehr dazu...





Es erreichen uns Anfragen aus Russland, wo seitens zweier russischer Familien gesucht wird.


Aus der Gemeinde Scharstorf / Dummerstorf MV werden Zeitzeugen von 1945 gesucht. Es könnte dort ein Russenkind geben, zu dem der Vater gefunden ist. Mehr..

Leider wohnen in Scharstorf keine Menschen mehr, die aus der Zeit 1945 berichten könnten. Es ist eine Neubausiedlung geworden. Aber in der Geminde Dummerstorf wird in der Verwaltung im Archiv gesucht werden ob sich eine Spur ergibt.


Ferner wurde aus dem Bereich Görlitz Christina gesucht.

Am 2. Juli 2020 hat sich nun der Sohn gemeldet. Die Suche ist damit erfolgeich beendet. Dank gilt auch der Sächsischen Zeitung, die die Suche und einen Bericht über beide Familien veröffentlichte.

Der rechts erwähnte Moskauer Artikel spielt eine Hauptrolle...

Für eine Studie an der Uni Leipzig wurden 2013 Menschen gesucht, deren Väter zu den Alliierten gehörten:  Besatzungskinder. Daraus entstand ein kleiner Kreis Betroffener mit sowjetischen Vätern. Die meisten von uns verdanken ihr Leben einer Liebesbeziehung, einige aber auch einer Gewalttat.

Wir trafen uns erstmalig im März 2014. Ein Ziel war es, an die Öffentlichkeit zu gehen. Dazu soll diese Website dienen.


Einige von uns haben ihre Herkunftsgeschichte aufgeschrieben. 

Im Buch

"Distelblüten - Russenkinder in Deutschland"

sind sie veröffentlicht.