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Grafik Distelblüten Knut Weise Breda NL

Unser Künstler, Knut Weise NL, stellt sich auf seiner Website vor. Mehr ...

4.12.19

Die grünen Buttons haben Unterseiten

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to a piece of WW One, a pot of copper.


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Wars don’t end - Kriege enden nicht - auch nicht 75 Jahre später


Es ist gut, wenn wir uns nach 75 Jahren an das Ende des Krieges erinnern mit seinem Schrecken und den vielen Opfern.


Seit biblischen Zeiten wird eine Gruppe vergessen: Frauen und Kinder des Feindes.


In allen Kriegen, von der Antike bis in die heutigen Tage, gehören Frauen zur Beute von siegreichen Soldaten, nicht nur als Beute, sondern auch als Geliebte. Aus diesen Verbindungen gehen Kinder hervor: - Kinder, die in der Geschichtsschreibung vergessen werden.


Als die Wehrmachtssoldaten weite Teile Europas besetzten, hatten sie Freundinnen und Kinder. In Norwegen und Dänemark waren solche Beziehungen von den Nazis sogar ausgesprochen erwünscht.


In Polen und der Sowjetunion verbot der Rassenwahn solche Beziehungen, aber in Gewalt und in Liebe wurden auch dort viele Kinder gezeugt. Diese Kinder des Feindes wurden ignoriert und sie hatten es sehr schwer. Unter Stalin und bis heute wird kaum darüber berichtet.


Und wie sah es aus, als die Alliierten auf Deutschland vorrückten? Bei allen Alliierten gab es Beziehungen zu deutschen Frauen, Vergewaltigungen, aber auch viele Liebesbeziehungen mit Folgen.


Die Mütter mussten sich Diskriminierung gefallen lassen und auch die Kinder erlebten schon früh Mobbing - auch durch staatliche Stellen. Erst 1955 fand man in der Bundesrepublik gesetzliche Regelungen zum Unterhalt.


In Norwegen entschuldigte sich die Regierung erst 2018 bei den Frauen und Kindern, weil auch von staatlicher Seite 1945 und später Misshandlungen stattfanden.


Kinder von alliierten Soldaten haben in Deutschland nicht das Interesse der Öffentlichkeit und erst in letzter Zeit beschäftigt sich die Forschung mit diesen Kindern.


Inzwischen wird sexuelle Gewalt in Kriegen systematisch als Kriegswaffe eingesetzt. Zum Beispiel in Serbien und in arabischen Ländern gehörten Vergewaltigungen zur Demütigung der Zivilbevölkerung. Selbst bei Peacekeeping-Truppen der UN existiert das Problem. In Afrika ist sexuelle Gewalt durch Soldaten an der Tagesordnung.


Ich habe ein Leben lang darüber geschwiegen, dass ich aus einer Vergewaltigung stamme. Erst universitäre Forschung brachte mich in Kontakt mit anderen Kindern des Krieges und so lernte ich mit meinem Schicksal besser umzugehen. Aber ich weiß, dass viele noch mit ihrer Lebensgeschichte hadern.


Als Beispiel nenne ich Anton.

Es gibt viele Antons, Tonis, Antoschas, Antoines auf der Welt



Eigentlich habe ich sieben Väter.

So viele waren es, die über meine Mutter herfielen.


Eigentlich sollten wir - sie und ich - nicht leben.

Der Letzte wollte sie erschießen.


Eigentlich verhinderte dies nur einer der Sieben.

Ich wünsche mir, er ist mein Vater.


Eigentlich kann ich darüber bis heute nicht reden.

Aber es schreit aus mir heraus.


Eigentlich möchte ich Hilfe haben.

Vielleicht rede ich noch. Bevor ich sterbe.


Vielleicht …



Meine Schwägerin Dorothee schrieb mir kurz vor ihrem Tod:


Hallo Winfried,

hast Du wirklich so ein Problem mit dem Verhalten Deines Vaters? Man kann das Verhalten eines Menschen nicht losgelöst von den Umständen bewerten.

Was weißt Du darüber, was er in diesem Krieg schon alles miterlebt und mit erlitten hat? Hunger und Durst und Todesangst, den Anblick schrecklicher Wunden, qualvolles Sterben ohne jede medizinische Versorgung, den Tod von Familienangehörigen und Freunden. Er muss, wie alle Soldaten zu dieser Zeit, stark traumatisiert gewesen sein durch das, was er erlebt hat. Und er war Teil einer Gruppe/Truppe, die ihm Halt gab. In dieser Gruppe wurde vergewaltigt, wie es zu allen Zeiten üblich und akzeptiert war, dass nicht nur der materielle Besitz des Feindes, sondern auch dessen Frauen und Töchter dem Sieger zufielen. Es gibt keinen Krieg, in dem die siegreichen Truppen sich nicht das Recht herausnahmen zu vergewaltigen. So, als sei das eine Art Naturrecht.

Aus der Distanz heraus gesehen ist das abscheulich. Aber wenn man selbst in solch einer entsetzlichen Situation steckt? Könnte nicht jeder von uns in einer entsprechenden Extremsituation zum Mörder werden? So wie jeder Mann zum Vergewaltiger werden kann, ebenfalls in einer Extremsituation. Wer an solch einem brutalen und grausamen und ungerechten Krieg teilnimmt und dabei nicht Schaden an der Seele nimmt, der ist ein Heiliger. Das war Dein Vater sicher nicht. Er war ein Mensch wie Millionen andere. Verzweifelt, verletzt, voll Wut, von Rache angetrieben, nicht mehr Herr seiner Sinne.

In Friedenszeiten war er vielleicht ein liebevoller Ehemann und Vater. Du kannst es nicht wissen. Sicher ist nur, dass der Krieg das Gute im Menschen abtötet. Im Irak, in Afghanistan, überall auf der Welt.

Liebe Grüße Dorothee


Ich wünsche mir, dass in allen Ländern, besonders auch in Russland offen mit der Thematik „Kinder des Krieges“ umgegangen werden kann. Man muss nicht vergessen, aber man kann verzeihen - sich selbst und auch den anderen.

Inzwischen danke ich meinen Eltern: Der Mutter, die mich leben ließ und auch dem Vater, der mich in Gewalt zeugte. Wenn die beiden nicht gewesen wären, könnte ich heute hier nicht stehen, - verzeihen. Ich könnte nicht lieben und geliebt werden.


Deutschland tut sich immer noch schwer, die Leiden der Sowjetunion und den Beitrag zur Befreiung vom Naziregime zu würdigen.

Hier ein Artikel der Berliner Zeitung dazu.


Und leider immer noch aktuell ist ein alter Beitrag zum 22. Juni, mehr ...

24.11. Wir begrüßen Johanna, mehr im Gästebuch.



24. Oktober 2020


Eine Sendung im Deutschlandfunk über Kinder von Besatzungssoldaten von Doris Arp.

Zu Wort kommen auch Schicksale von uns Distelblüten. Link zur Sendung..





28. August 2020

Endlich konnten wir das Trauertuch in Demmin selbst ansehen. Elf mal zwei Meter ist es groß geworden. Bilder und ein Video hier zu sehen.

Der Nordkurier berichtete am 28.8.20



1. August 2020

Prof.Agatha Schwartz hat an der Unversität Pittsburgh einen Artikel veröffentlicht, Es geht um eine Filmbeschreibung. Wir werden immerhin viermal zitiert. Die Datei lässt sich downloaden. Mehr ..



Wir freuen uns, dass Alexander Latotzky am 4. Juli 2020 das Bundesverdienstkreuz am Bande erhält.

Mehr ..



Mai 2020 In "German Studies Review" (USA Canada) erschien ein Artikel von Prof. Dr.Agatha Schwartz mit Interviews von vier "Distelblüten)

Zum Originalartikel, der leider nur einige Zeit kostenfrei war


Und hier zur deutschen Fassung.



Mai 1945 - 2020 

Moskau: Ende Februar gaben wir in Berlin ein Interview. Der resultierende Artikel ist in großer Auflage jetzt erschienen.

Im Vordergrund steht das Versöhnende der Befreiung.


Link zum Originaltext


Mit dem passender Browser kann auch sofort (schlecht) übersetzt werden. Zur Übersetzung.


Das Ende des Krieges 1945 bedeutete für die Einen den völligen Zusammbruch ihrer Ideolgie und Vorstellungen. Für Andere war es die Befreiung von Tyrannei und für Alle das Ende einer grausamen Zeit.





8. Mai 2020 Berlin Treptow am Ehrenmal:

Ronald Wendt hat einen Kranz zum stillen Gedenken niedergelegt.


Mehr dazu ..

Es erreichen uns Anfragen aus Russland, wo seitens zweier russischer Familien gesucht wird.


Aus der Gemeinde Scharstorf / Dummerstorf MV werden Zeitzeugen von 1945 gesucht. Es könnte dort ein Russenkind geben, zu dem der Vater gefunden ist. Mehr..

Leider wohnen in Scharstorf keine Menschen mehr, die aus der Zeit 1945 berichten könnten. Es ist eine Neubausiedlung geworden. Aber in der Geminde Dummerstorf wird in der Verwaltung im Archiv gesucht werden ob sich eine Spur ergibt.


Ferner wurde aus dem Bereich Görlitz Christina gesucht.

Am 2. Juli 2020 hat sich nun der Sohn gemeldet. Die Suche ist damit erfolgeich beendet. Dank gilt auch der Sächsischen Zeitung, die die Suche und einen Bericht über beide Familien veröffentlichte.

Der rechts erwähnte Moskauer Artikel spielt eine Hauptrolle...

Für eine Studie an der Uni Leipzig wurden 2013 Menschen gesucht, deren Väter zu den Alliierten gehörten:  Besatzungskinder. Daraus entstand ein kleiner Kreis Betroffener mit sowjetischen Vätern. Die meisten von uns verdanken ihr Leben einer Liebesbeziehung, einige aber auch einer Gewalttat.

Wir trafen uns erstmalig im März 2014. Ein Ziel war es, an die Öffentlichkeit zu gehen. Dazu soll diese Website dienen.


Einige von uns haben ihre Herkunftsgeschichte aufgeschrieben. 

Im Buch

"Distelblüten - Russenkinder in Deutschland"

sind sie veröffentlicht.