Alexander

Konzentrationslager Sachsenhausen (Nähe Berlin)

 

Nachdem dieses KZ der Nazis befreit worden war, benutzte die UdSSR es nur drei Monate später als Speziallager Nr. 7/1. Zehn solcher Lager gab es, in denen mind. 123.000 Deutsche inhaftiert wurden. Sie waren große und kleine NSdAP-Mitglieder, Sozialdemokraten und alle, die als Feinde des Sozialismus galten. Eine Denunziation reichte schon aus, um für Jahre hinter Gittern zu verschwinden. Als 1950 mit Bautzen, Buchenwald und Sachsenhausen die drei letzten Lager geschlossen wurden, zählte man über 42.000 Menschen, die ihre Haft in einem der Lager nicht überlebt hatten. Sie waren verhungert, erfroren oder an Krankheiten gestorben.

Unter den Lagerinsassen waren auch Frauen, die bei der Verhaftung schon schwanger waren oder im Lager schwanger wurden. Ohne ärztliche Hilfe brachten sie ihre Kinder hier zur Welt und versuchten sie am Leben zu halten. Da Kinder nicht registriert wurden, erhielten sie weder Essenrationen, noch Kleidung, Windeln oder Spielzeug.

1.200 Frauen und ca. 30 Kinder wurden mit der Auflösung des Lagers Sachsenhausen an die DDR übergeben und kamen in das Frauengefängnis Hoheneck, wo sie ihre Strafe absitzen sollten. Jetzt trennte man die Mütter und Kinder und schickte die Kinder in spezielle Kinderheime. Zehn Jahre verbrachte Alexanders Mutter in verschiedenen Gefängnissen, bis sie unter spektakulären Umständen ihr Kind zurückbekam.

Alexander L. wurde 1948 im Lager Nr. 4 in Bautzen geboren. Der Vater war ein ukrainischer Zwangsarbeiter und späterer Wachsoldat, der eine echte Liebesbeziehung zu Alexanders Mutter gehabt hatte und dafür in den GULag geschickt wurde. 1999 fand Alexander ihn in Russland.

 

Die Lebensgeschichte von Alexander ist unglaublich, mit vielen Facetten menschlichen Leids, aber auch der Hoffnung auf eine bessere Welt. Ob daraus allerdings die Menschheit gelernt hat?

 

Wer mehr zu den Kindern von Sachsenhausen erfahren möchte, kann sich diese Fernsehdokumentationen ansehen.

 

 

Geboren hinter Gittern (44 Minuten, ein Film von Hans-Dieter Rutsch, RBB 2016)

 

Hinter Stacheldraht geboren (43 Minuten, ein Film von Peter Grimm, MDR 2008)

Kindheit hinter Stacheldraht (43 Minuten, ein Film von Hans-Dieter Rutsch, 2000)

 

 

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